Botswana will Elefanten schützen

Das spanische Staatsoberhaupt und damaliger WWF-Ehrenpräsident König Juna Carlos posiert mit seiner Jagdflinte vor einem toten Elefanten in BotswanaDiese Bild soll in Botswana bald der Vergangenheit angehören: Spaniens Staatsoberhaupt Juan Carlos vor seiner Jagdbeute

30.11.2012

Die Regierung von Botswana hat angekündigt, die kommerzielle Jagd auf Elefanten und andere bedrohte Wildtiere zu verbieten. Bisher können betuchte Touristen in dem afrikanischen Land Elefanten, aber auch Löwen und Büffel schießen und als Trophäe nach Hause mitnehmen. Jagen als Sport sei nicht länger vereinbar mit dem Ziel, die Tierwelt des Landes zu schützen, so der Umweltminister.

Botswana wirbt als Safariparadies um ausländische Touristen. Bisher können diese die bedrohte Tierwelt nicht nur mit Fernglas und Kamera verfolgen, sondern auch mit der Jagdflinte. Gegen Geld können Jagdtouristen wilde Tiere abschießen. Nun soll Ende kommenden Jahres Schluss damit sein. Grund ist der drastische Rückgang der Populationen von Büffeln, Elefanten und Löwen.

Damit wird sich auch der spanische König Juan Carlos demnächst ein neues Reiseziel suchen müssen. Im April hatte der Monarch weltweit Schlagzeilen gemacht, als er sich auf einer Elefanten-Jagdsafari in Bostwana die Hüfte gebrochen hatte und nach Spanien ausgeflogen werden musste.

Rettet den Regenwald hatte auf seiner spanischen Webseite dagegen scharf protestiert. Schließlich ist Juan Carlos das spanische Staatsoberhaupt und der damalige Ehrenpräsident des WWF Spanien. Zwar distanzierte sich der WWF nach dem Proteststurm von der Elefantenjagd des Ehrenvorsitzenden, behauptet aber öffentlich, dass „es in Botswana derzeit 130.000 Elefanten gäbe und die Art in diesem Land nicht bedroht sei". Zudem würden durch die kommerzielle Jagd die Schutzgebiete vergrößert und die Wilderei zurückgedrängt werden, argumentieren die Tierschützer mit dem Panda-Logo.

Der vor fünfzig Jahren von Adligen, Industriellen und reichen Großwildjägern gegründete WWF kann sich anscheinend nur schwer von seiner Vergangenheit trennen. Immerhin hat die spanische Sektion des WWF im Juli die Notbremse gezogen und Juan Carlos den Ehrenvorsitz im WWF gekündigt.

Die Anbieter der Jagdtouren in Afrika versuchen aus dem Abschussverbot noch schnell Profit zu schlagen. Auf Webseiten wie Africa Hunting bieten sie Jagdsafaris auf Elefanten an, deren Preis je nach Größe des Tieres zwischen 30.000 bis 50.000 Dollar liegt. Und wenn der Schütze während der zehntätigen Jagdausflüge im Revier zwischen der Moremi Game Reserve und dem Nxai Pan Nationalpark keinen Elefantenbullen in der bezahlten Größenklasse vor die Flinte bekommt, dann erhält er sogar 5.000 Dollar zurückerstattet.

Rettet den Regenwald fordert, die kommerzielle Jagd auf Tiere weltweit zu verbieten. Das Töten von Tieren ist kein Freizeitvergnügen.