Feri Irawan vor dem Parlament in Jambi. Sein Laptop speichert alle Beweise

Am 22. August lud das Parlament der Provinz Jambi auf Sumatra zur Kinostunde.
Zuschauer waren neben den Abgeordneten Vertreter des Palmölkonzerns Wilmar
International und des TÜV Rheinland Indonesien. Gezeigt wurde „Die Nachhaltigkeitslüge
– Wie die Palmölindustrie die Welt betrügt.“ Rettet den Regenwald
und ein Team von Global Film hatte diese Dokumentation im Herbst 2010 in
Indonesien gedreht. Wir wollten der Welt zeigen, was Konzerne in den Tropenwäldern
anrichten, um unsere steigende Nachfrage nach Palmöl zu erfüllen. Und
dass sogenannte Nachhaltigkeitssiegel ihr Papier nicht wert sind. Unser Beispiel:
Wilmar International, weltgrößter Palmölkonzern mit Sitz in Singapur.

Die Anwesenden im Parlament sahen illegale Abholzungen in der Provinz Zentralkalimantan
auf Borneo. Sie sahen, wie braune Brühe aus der Mühle der Wilmar-
Tochter Mustika Sembuluh Bäche vergiftet. Obwohl sie zusammen mit der
Plantage trotz diverser Mängel vom TÜV Rheinland Indonesien ein Nachhaltigkeitszertifikat
erhielt. Der Film endet in Jambi, wo verzweifelte Familien sich nicht
mehr ernähren können, weil ihre Männer viele Monate im Gefängnis saßen. Wilmar
ließ sie verhaften, weil sie Palmölfrüchte geerntet hatten von dem Land, das ihnen
die Firma zuvor gestohlen hatte.

Die Parlamentarier und der TÜV wollen diesen Verbrechen an den Menschen
und der Natur durch einen zertifizierten Konzern nun nachgehen. „Nachhaltigkeit
gibt es auf Palmölplantagen nicht“, sagt unser Partner Feri Irawan in Jambi. „Kein
Zertifikat der Welt kann das erreichen.“ Die Anhörung im Parlament verdanken
wir seiner mutigen politischen Arbeit