Viele Menschen registrieren die anhaltende Regenwaldzerstörung als eine ökologische Katastrophe in fernen Ländern. Tatsächlich findet sie jeden Tag auch mitten in Deutschland statt. Über die Zerstörung der Regenwälder wird an deutschen Fleischtheken ebenso entschieden, wie in Berliner Ministerien und in den Chefetagen der Banken und Konzerne.
Ein neuer Sojaboom bedroht das größte Regenwaldgebiet der Erde
Neben Holzfällern, Goldsuchern und Rinderbaronen sind es nun auch die Sojafarmer, die im Amazonas zu einer Zerstörungsorgie antreten.
Sojaschrot ist bei uns mittlerweile das wichtigste eiweißhaltige Futtermittel in der Tiermast, mit dem Millionen Schweine, Rinder, Hähnchen und Puten aufgepäppelt werden. Damit steckt ein Stück Amazonas in unseren Currywürsten, Schnitzeln und Steaks. Seit BSE steigt der Bedarf an Soja, und Brasilien besitzt noch riesige Flächen, auf denen die Produktion ausgeweitet werden kann - die liegen freilich im Amazonas.
Deutsche Tropenholzhändler plündern Afrikas Wälder
Sommer 1986: Ein paar Mitglieder der frisch gegründeten Umweltorganisation Rettet den Regenwald spüren in Hamburg Tropenholz auf – in öffentlichen Bauten, Geschäften und Baumärkten. Es ist der Auftakt einer bis heute laufenden Kampagne gegen Tropenholzverbrauch aus Raubbau. Dick im Geschäft sind auch deutsche Tropenholzhändler.
50 Prozent der EU-Tropenholzimporte gelten als illegal
„Die Verbraucher in Europa sollten sich darüber im klaren sein, dass über 70 Prozent des Holzes in Indonesien illegal geschlagen wird“, sagt Longana Ginteng, Chef der indonesischen Umweltorganisation Walhi. In mehreren Fällen ist es ihm gelungen, den Deal mit illegalem Holz aufzudecken.
Eine Studie belegt: das weltweit wichtigste Ökolabel für Holzprodukte, FSC, ist reiner Betrug am Verbraucher
Ein von einer britischen Umweltorganisation vorgelegter Report stellt dem weltweit genutzten FSC-Ökosiegel für Holzprodukte ein verheerendes Zeugnis aus. Die Studie, die von unabhängigen Experten in zweijähriger Arbeit angefertigt wurde, beschuldigt einige FSC-zertifizierte Unternehmen, sie seien in schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt, einschließlich Folter und Erschießungen.
Tropenholz aus Monokulturen als ökologische Alternative? Mitnichten, meint RdR-Aktivist Klaus Schenck.
Während weltweit die letzten unberührten Regenwälder für den Tropenholzhandel geplündert werden, werben bei uns die Holzhändler mit der angeblich umweltfreundlichen Herkunft ihrer Ware aus Plantagen. Abgesehen davon, dass die große Masse der gehandelten Tropenhölzer
weiterhin aus Raubbau an Regenwäldern stammt, ist auch das vollmundige Werbeversprechen der Branche - "Umweltfreundlich weil Plantagenholz" - schlichtweg falsch.
Regenwaldschutz durch zertifiziertes Holz bleibt ein Mythos
Der „Forest Stewardship Council“ (FSC) definiert weltweit geltende Prinzipien und Kriterien für die Zertifizierung einer "geregelten" Waldbewirtschaftung. Anhand dieser Richtlinien führen private Unternehmen die FSC-Zertifizierung von Holzfirmen durch. Die „Erfolgsgeschichte“ des FSC ist jedoch nicht frei von problematischen Vorkommnissen, vor allem was den Holzeinschlag in tropischen Primärwäldern betrifft.
Deutsche Banken wie die WestLB finanzieren weltweit Regenwaldzerstörung
Deutsche Banken wie die WestLB, die wegen ihrer Pipeline-Finanzierung in Ecuador in der öffentlichen Kritik steht, sind häufig dabei, wenn durch Großprojekte Regenwälder zerstört werden. Die Phillips Petroleum Company etwa bekam einen Kredit über rund 1,1 Milliarden Dollar, um Schweröl-Felder in Venezuelas waldreichem „Orinoco Ölgürtel“ auszubeuten. Zu den Kreditgebern gehören die Bayerische Landesbank und die WestLB.
Nach Angaben der Weltbanktochter „International Finance Corporation“ ist die WestLB auch an der Finanzierung des heftig umstrittenen Ölprojekts in Tschad und Kamerun beteiligt. In Papua Neu-Guinea hat sie beispielsweise eine Goldmine finanziert, die bis heute die Wälder und Flüsse verseucht. Die WestLB gehört immer noch indirekt 18 Millionen Bürgerinnen und Bürgern und Millionen Sparkassenkunden in NRW.