Argentinien: Ein Radioprogramm gegen Soja-Wüsten

Demonstranten tragen ein Banner mit der Aufschrift „Stoppt die Besprühungen“Demonstration gegen den Pestizid-Einsatz: „Stoppt die Besprühungen“ steht auf dem Banner

In Argentinien wächst der Widerstand gegen die Ausbreitung der Soja-Plantagen. 99 Prozent ist Gensoja des Monsanto-Konzerns. Flugzeuge versprühen über den Feldern giftiges Herbizid. Die Menschen werden krank, Böden und Gewässer sind vergiftet. Wir unterstützen die Umweltschützer bei ihren Info-Kampagnen, Rechtsberatung und politischer Arbeit.


Die Bevölkerung aufklären

Im August 2012 hat ein Richter in Argentinien zum ersten Mal die Vergiftung von Menschen mit Pestiziden bestraft. Ein Soja-Produzent und sein Pilot wurden zu drei Jahren Haft auf Bewährung und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sie haben Herbizide per Flugzeug über einer Siedlung versprüht – mit tödlichen Folgen.  

Klägerin war die Umweltaktivistin Sofía Gatica – vor 13 Jahren war ihr Baby an Nierenversagen gestorben. Sie wollte die Ursache herausfinden und stieß schnell auf die hohe Zahl von Missbildungen an Embryonen und Neugeborenen, von plötzlichen Todesfällen und Krebserkrankungen in ihrer Siedlung. Bis an die Häuser wuchern dort die Soja-Plantagen.

Die Folgen des Soja-Booms

Argentiniens Regierung hat das Land zur Soja-Republik gemacht. Auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland breiten sich die Monokulturen aus – zu 99 Prozent Gen-Soja des berüchtigten Monsanto-Konzerns. Die Pflanze wurde resistent gemacht gegen das firmeneigene Herbizid Roundup – ein tödlicher Giftcocktail für Menschen und Natur. 

Der Widerstand in der Bevölkerung wächst, denn immer mehr Menschen erfahren von diesen Verbrechen – und auch von ihren Rechten. Einer der Gründe dafür ist das Radioprogramm unserer Partner Grupo de Reflexión (GRR). „Horizont des Südens“ heißt das Programm, mit dem die Experten der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation ihre Hörer regelmäßig informieren.

Sie berichten auch über die Vertreibung der Bauernfamilien von ihrem Land, sie nennen die Soja-Firmen beim Namen, machen Korruption und die Beteiligung von Politikern öffentlich. Und sie klären die Bevölkerung darüber auf, welche gesundheitlichen Schäden die Pestizide bei den Menschen hervorrufen, die neben den Sojafeldern leben. 

 „Inzwischen erreichen wir ein breites Publikum,“ sagt ein GRR-Sprecher. Die Menschen fühlen sich auf diese Weise nicht mehr so machtlos und alleingelassen; sie erfahren von Hilfprogrammen für Vertriebene, von Aktionen gegen die Agroindustrie und wo sie sich rechtlich beraten lassen können.

 „Die Aufklärung über lokale und nationale Medien sind unsere stärksten Waffen,“ sagt die GRR. Darüber hinaus setzen die Netzwerker auch auf internationale Aufklärung, zum Beispiel durch Organisationen wie Rettet den Regenwald. Denn auch wir Europäer tragen dazu bei, dass die Soja-Plantagen in Südamerika weiter wachsen: Allein für sogenannten Biodiesel importiert Europa 1,7 Millionen Tonnen Soja aus Argentien. 

Deshalb wird Rettet den Regenwald den Bauernfamilien und Ureinwohnern weiterhin eine Stimme verleihen und sie in ihrem Kampf unterstützen.

Vielen Dank für Ihre Spende für Grupo de Reflexión Rural.