Sumatra: Große Chance für Schutzgebiet im Elefantenwald

Mahony, Dorfbewohner aus Sepintun, steht am Fuß eines UrwaldriesenUrwaldschutz braucht mutige Menschen – wie Mahony aus Sepintun

Die Dorfbewohner von Sepintun kämpfen um ihren Regenwald. Eine staatliche Firma hat die Genehmigung, ihn abzuholzen. Die Menschen wollen ihren Wald zum Schutzgebiet erklären – er ist auch Lebensraum wilder Elefanten. Diesem Plan hat der Distriktchef nun zugestimmt. Jetzt braucht die Bevölkerung unsere Unterstützung.


Elefanten am Dorfrand von Sepintun

Der Wald von Sepintun ist seit vielen Generationen die Heimat der indigenen Suku Anak Dalam. Sie nutzen ihn als Nahrungsquelle und respektieren die Reviere der Wildtiere wie Elefanten, Tiger und Bären – man geht sich möglichst aus dem Weg.

Bis zu dem Tag im Februar 2011, als eine Herde Elefanten am Dorfrand von Sepintun Hütten und Felder zertrampelte. Die Motorsägen der Holzfäller haben sie aus ihrem Wald getrieben. Die staatliche Firma PT Alam Lestari Nusantara (ALN) besitzt eine Konzession über 10.710 Hektar und ist dabei, den Primärwald für Kautschukplantagen abzuholzen. Mitten in diesem Gebiet liegt das 3.500 Hektar große Revier der Elefanten und das Gemeindegebiet von Sepintun. „Nie zuvor sind sich hier Menschen und Tiere begegnet“, sagt Dorfbewohner Ujok. „Nun droht der Konflikt, denn alle brauchen Nahrung. Die Elefanten haben ein Recht, hier zu leben. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Rodungen sofort aufhören.“

Das Problem: Die Menschen haben keine Urkunden über ihr Land, das ihnen nach Indigenem-Recht gehört.

Perkumpulan Hijau, die Partnerorganisation von Rettet den Regenwald, ist mit einer Abordnung aus Sepintun nach Jakarta gereist und hat die illegale Rodung beim Forstminister und bei der Forstpolizei angezeigt. Unseren Partnern ist es zunächst gelungen, die Abholzungen zu stoppen.

Sehen Sie das Video mit Bildern aus dem Elefantenwald:

Im Mai 2012 gingen Einwohner aus Sepintun und Experten auf eine Regenwald-Expedition. Nach vier Tagen Fußmarsch stießen sie auf eine Gruppe aus acht weiblichen Tieren. Mit Kameras und GPS-Geräten wollten sie für die Behörden dokumentieren, dass in diesem Regenwald in der Provinz Jambi tatsächlich Elefanten leben. Das wurde sowohl von ALN also auch von der regionalen Umweltbehörde stets bestritten.

Inzwischen hat der zuständige Distriktchef zugestimmt, die 3.500 Hektar „Elefantenwald“ zum Schutzgebiet zu erklären. Außerdem soll das Land endlich kartografiert und die Besitz- und Nutzungsrechte verbindlich dokumentiert werden. 

Für diese wichtige Arbeit sammeln wir Spenden. Später sollen die Elefanten auch GPS-Halsbänder bekommen, damit sie überwacht und beschützt werden können.

Vielen Dank für Ihre Spende für den Elefantenwald von Sepintun.

Den ARD-Beitrag zum Elefantenwald-Projekt von Rettet den regenwald finden Sie hier.