Landraub

Seit der Finanzkrise 2008 ist Ackerland wieder begehrt. Staaten, Konzerne und Spekulanten pachten riesige Flächen in Afrika und Südamerika, um für den Export Nahrung und Agrotreibstoffe zu produzieren – eine Tragödie für die lokale Bevölkerung und die Natur.

Mit dem rasanten Anstieg der Nahrungsmittelpreise im Zuge der Weltwirtschaftskrise und der intensiven Förderung des Ausbaus von Agrartreibstoffen seit 2007 wurden landwirtschaftliche Flächen in Südostasien, Südamerika und vor allem in Afrika wieder interessant für den internationalen Finanzmarkt. In Ostafrika waren Ende 2011 zwölf Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Gleichzeitig wird in Äthiopien in hoch modernen Gewächshäusern Gemüse für Saudi Arabien gezüchtet oder in Kenia auf riesigen Jatropha-Plantagen Agrodiesel für Europa hergestellt. Weltweit sind zur Zeit 203 Millionen Hektar von solchen zweifelhaften Landinvestitionen betroffen. Das entspricht einer Fläche so groß wie Brasilien. Ebenso wie für die lokale Bevölkerung ist diese Entwicklung auch eine Katastrophe für die tropischen Wälder. Denn ein Viertel der Landnahme findet in bewaldeten Regionen statt.

Mehr zum Thema finden Sie unter folgenden Links: