Auf Sumatra wird der Regenwald abgeholzt – für unser Papier

Filmausschnitte aus der Reportage vom 2.8.2011: Regenwald wird vernichtet, der Lebensraum der Tiger bedroht


In der indonesischen Provinz Riau zerstört der Konzern Asian Pacific Resources International Limited (APRIL) riesige Flächen Regenwald für Akazienplantagen. Aus dem Holz der Akazie gewinnt das Unternehmen Druckerpapier der Marke PaperOne, auch für den deutschen Markt. Der Lebensraum der letzten Sumatra-Tiger und die Lebensgrundlagen der ansässigen Kleinbauern sind von den Plantagen bedroht.

PaperOne wird auch von deutschen Händlern verkauft. Bitte fordern Sie die Händler auf, diese Marke aus dem Sortiment zu streichen.

Regenwaldzerstörer beliefern deutsche Papierhändler

APRIL ist einer der größten Regenwaldvernichter Südostasiens. Der Konzern mit Sitz in Singapur betreibt in Riau auf Sumatra über seine indonesische Tochterfirma PT Riau Andolan Pulp and Paper (PT RAPP) die größte Papiermühle der Welt. Jährlich werden dort über 2 Millionen Tonnen Papierfasern aus Holz hergestellt. Das von APRIL produzierte Papier der Marke „PaperOne“ wird in Deutschland über verschiedene Händler vertrieben, der größte davon ist die Papier Union. In einer aktuellen Reportage des australischen Senders ABC vom 2. August 2011 bezeichnet der renommierte Biologe Bill Laurance die Zerstörungen in Riau durch APRIL als „eine der schlimmsten Waldzerstörungen, die ich jemals gesehen habe.“

Papier tötet Tiger und Elefant

Die Regenwälder im Osten Sumatras sind Heimat des Sumatra-Tigers und asiatischer Elefanten. Die kleinste bekannte Tigerart lebt nur auf dieser indonesischen Insel und ist vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste der gefährdeten Arten (IUCN) gibt als die größte Bedrohung für den Sumatra-Tiger an: „Verlust des Lebensraumes durch Palmöl- und Akazienplantagen.“ IUCN schätzt den verbliebenen Bestand der in Freiheit lebenden Sumatra-Tiger auf 300–500 Tiere. In den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Tiger und Elefanten auf Sumatra um 75 Prozent zurückgegangen.

APRIL vertreibt Kleinbauern und heizt Klima an

Seit 2002 haben sich die Akazienplantagen immer weiter ausgedehnt. Obwohl Umweltschützer und Biologen vor den verheerenden Folgen für Artenvielfalt und Klima warnen, rodet APRIL nicht nur Regenwald, sondern legt auch die artenreichen und für das globale Klima bedeutsamen Torfmoore trocken. Die in den Mooren lebenden indigenen Gruppen werden vertrieben. Auf den Riau vorgelagerten Inseln wehren sich Kleinbauern gegen die Expansion der Plantagen, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen. APRIL versucht seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen, dabei gab es auch schon Todesopfer.

Mehr Informationen zu APRIL, Kleinbauern und Klima

APRIL betreibt Greenwashing

Papier der Marke PaperOne
Papier der Marke PaperOne

In einer Stellungnahme von 2008 erklärte die Papier Union: "APRIL forstet jährlich ca. 35.000 bis 50.000 Hektar Plantagenwaldfläche neu auf. Damit leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbewaldung Sumatras und zu einer positiveren CO2-Bilanz." „Ich denke, APRIL betreibt Greenwashing. Die aufgeforsteten Plantagen werden nach fünf Jahren gerodet und zu Papierfasern verarbeitet. Das bezeichne ich nicht als umweltfreundlich oder nachhaltig“, kritisiert Laurance. Selbst das industriefreundliche FSC-Siegel wurde APRIL 2010 aufgrund der Umweltzerstörungen auf Sumatra aberkannt.


Unterstützen Sie unseren Aufruf zum Verkaufsstopp von APRIL-Papier in Deutschland und schicken Sie den Händlern untenstehende Mail. Bitte informieren Sie uns auch, wenn Sie PaperOne bei anderen Händlern entdecken.

Update: Ihr Protest zeigt erste Erfolge. Die Händler Mercateo AG, J.C.C. Bruns Betriebs GmbH, Bürobedarf Thüringen und officept.org haben auf den Protest reagiert, die Angaben überprüft und daraufhin PaperOne aus dem Sortiment genommen.

Bitte beteiligen Sie sich weiterhin an der Protestaktion.

Klimaschäden durch Papierproduktion

Die Monokulturen der Akazien breiten sich bis Kampar Peninsula aus, eine von Torfmooren geprägte Regenwaldlandschaft in Riau. APRIL durchschnitt den Torfwald mit den Bau einer Straße und rodete zudem weitere 20.000 Hektar. Danach ließ der Konzern die Moore entwässern, um auf den so gewonnenen Flächen seine Plantagen anlegen zu können. Die Zerstörung dieses artenreichen Ökosystems wirkt sich auch verheerend auf das globale Klima aus, denn Torfwälder sind leistungsstarke Kohlenstoffspeicher. Ein Hektar trockengelegter Torfwald von einem Meter Tiefe entlässt bis zu 70 Tonnen CO2. Indonesien ist aufgrund der Zerstörung seiner Regenwälder bereits der drittgrößte CO2-Emittent weltweit.

Plantagen zerstören Lebensgrundlagen der Einheimischen

APRIL will mit seinen Plantagen auf die vor Riau liegende Insel Pulau Padang ausweiten. Von den 14 Gemeinden der Insel wären 12 unmittelbar von den Plantagen betroffen. Die Menschen auf Pulau Padang verarbeiten in kleinbäuerlicher Struktur das Mark der Sagopalme. Die Akazienplantagen würden diese Einkommensquelle zerstören. Bei Protesten gegen die geplanten Plantagen im Mai 2011 gab es bereits Verletzte. Dass die Akazie den Menschen auf Pulau Padang nichts Gutes bringt, zeigen ihnen die Erfahrungen der Gemeinden auf dem Festland. Die lokale Umweltorganisation Scale Up dokumentierte bereits 2009 die Missachtung der Rechte der indigenen Bevölkerung in Kampar Peninsula. Seit Jahrhunderten nutzen die Akit und Melayu den Regenwald als Lebensgrundlage. Kleinbäuerliche Landwirtschaft, Fischerei und Jagd sind auf das Ökosystem des Waldes abgestimmt. Die Plantagen wurden zum Teil auf Gemeindeland angelegt, ohne die Bevölkerung zu informieren. Die Monokulturen zerstören ihre Lebensgrundlage, und die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile stellten sich nicht ein. Die Gemeinden werden nicht an den Gewinnen beteiligt. Bei Protesten gegen die Plantagen im Juni 2009 wurden zwei Bauern vom privaten Sicherheitsdienst einer Zulieferfirma von APRIL getötet.

24.08.2011

Händler nehmen Regenwaldpapier aus dem Sortiment

Unsere Protestaktion „Auf Sumatra wird Regenwald abgeholzt – für unser Papier" bringt erste Erfolge. Bisher nahmen fast 17.000 Menschen teil und überzeugten drei deutsche und einen großen australischen Händler dazu, Papierprodukte vom Regenwaldvernichter APRIL aus dem Sortiment zu nehmen

Unsere Protestaktion vom 12.08.2011 "Auf Sumatra wird Regenwald abgeholzt – für unser Papier" bringt erste Erfolge. Bisher nahmen fast 17.000 Menschen teil und überzeugten drei deutsche und einen großen australischen Händler dazu, Papierprodukte vom Regenwaldvernichter APRIL aus dem Sortiment zu nehmen.

Die deutschen Einzelhändler Mercateo, J.C.C. Bruns und Officept waren sich der Produktionsmethoden der Herstellers von PaperOne auf Sumatra nicht bewusst, nahmen ihre ökologische Verantwortung wahr und teilten uns mit, PaperOne nicht weiter verkaufen zu wollen.

Auf die zweisprachige Aktion reagierte auch der große australische Händler OfficeWorks. In einer Stellungnahme teilte uns das Unternehmen mit, die Angaben zu den Praktiken von APRIL überprüft und sich daraufhin entschieden zu haben, "umgehend den Einkauf von weiteren APRIL-Produkten einzustellen", ... da "wir unsere ökologische Verantwortung sehr ernst nehmen und dies mit unserer Entscheidung zum Ausdruck bringen."

Leider kommt der große deutsche Händler Papier Union nicht zu diesem Ergebnis und rechtfertigt in einer Stellungnahme zu unserer Protestaktion weiterhin die ökologisch und sozial katastrophalen Produktionsmethoden von APRIL. Wir fordern daher Papier Union weiterhin dazu auf, dem Beispiel von OfficeWorks zu folgen und Waren von APRIL zu suspendieren.

APRIL ist einer der größten Regenwaldvernichter Südostasiens. Der Konzern mit Sitz in Singapur betreibt in Riau auf Sumatra über seine indonesische Tochterfirma PT Riau Andolan Pulp and Paper (PT RAPP) die größte Papiermühle der Welt. Jährlich werden dort über 2 Millionen Tonnen Papierfasern aus Holz hergestellt.

Die Regenwälder im Osten Sumatras sind Heimat des Sumatra-Tigers und asiatischer Elefanten. Die kleinste bekannte Tigerart lebt nur auf dieser indonesischen Insel und ist vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste der gefährdeten Arten (IUCN) gibt als die größte Bedrohung für den Sumatra-Tiger an: „Verlust des Lebensraumes durch Palmöl- und Akazienplantagen.“

 

24.08.2011

Reaktion auf die Stellungnahme von Papier Union

In unserer Aktion "Auf Sumatra wird Regenwald abgeholzt - für unser Papier" fordern wir fordern die "Papier Union" dazu auf,  alle Papierprodukte von APRIL, wie die Marke PaperOne, aus dem Angebot zu nehmen. Denn für dieses Papier werden auf Sumatra die Natur zerstört und die Rechte der lokalen Bevölkerung missachtet. Hier unsere Antwort auf ein entsprechendes Schreiben der Firma

Sehr geehrter Herr Wischmann,

vielen Dank für die Stellungnahme von Papier Union. Allerdings können wir die von Ihnen angeführten Erklärungen nicht nachvollziehen. Die von uns dargestellten Praktiken des Papierkonzerns APRIL beruhen nicht allein auf den Informationen der ABC-Dokumentation vom August 2011. In unserem Aktionstext zitieren wir verschiedene Quellen, die unabhängig voneinander zum selben Ergebnis kommen: APRIL und das indonesische Tochterunternehmen RAPP zerstören weiterhin Regen- und Torfwald für die Papierproduktion und die Anlage von Akazien-Plantagen.

Die ökologisch und sozial desaströsen Produktionsmethoden von APRIL werden bereits seit Jahren veröffentlicht und dringende Gegenmaßnahmen gefordert: Seit 2004 fordert die Organisation Robin Wood Papier Union auf, APRIL-Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Im Dezember 2010 hat der WWF ein ausführliches Positionspapier zu April veröffentlicht: Die indonesische NRO-Koalition Eyes on the Forest hat heute veröffentlicht, dass nach den Analysen des unabhängigen Papierlabors IPS in den USA das Papier Lazer IT von APRIL zu 80 Prozent aus Regenwaldbäumen von 12 verschiedenen Arten stammt.

Im Artikel auf www.regenwald.org vom 12.08.2011 sind einige der Quellen unserer Informationen verlinkt. Unter anderem eine investigative Studie der indonesischen NRO Eyes on the Forest, die 2010 zu dem Ergebnis kommt, dass die Produktionsmethoden von APRIL weder den Standards des FSC-Zertifizierungssystems entsprechen, noch dass APRIL seine Versprechen gehalten hätte, keine natürlichen Wälder zu roden, die nicht vorab einer seriösen HCVF-Prüfung unterzogen wurden. Der Bericht stellt abschließend fest, dass APRIL weiterhin Regenwälder zerstört und Torfmoore trocken legt. Aufgrund dieses Berichts wurde APRIL das FSC-Zertifikat entzogen.

Das indonesische Forstministerium verbot am 11. Mai 2010 die nicht-natürliche Veränderung von Torfwäldern, wie die der Halbinseln Kampar und Kerumutan, dem Produktionsgebiet von APRIL. Das Unternehmen verstößt demnach auch gegen indonesisches Recht.

APRIL versprach immer wieder, die Produktionsmethoden zu ändern und Umwelt- sowie Sozialstandards zu respektieren. Jedoch ergab jede weitere Überprüfung, dass sich daran nichts geändert hat. Darüber wurde auch die Papier Union informiert, die trotz der vorliegenden Beweise weiterhin an ihrem Zulieferer festhält.

Die Firma Officeworks, der australische Großhändler von APRILs Papier, hat uns heute mitgeteilt, diese Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Officeworks hat die Angaben zu den Praktiken von APRIL überprüft und sich daraufhin entschieden, "umgehend den Einkauf von weiteren APRIL-Produkten einzustellen", ... da "wir unsere ökologische Verantwortung sehr ernst nehmen und dies mit unserer Entscheidung zum Ausdruck bringen."

Wir fordern Sie daher weiterhin dazu auf, alle Papierprodukte von APRIL, wie die Papiermarke PaperOne, aus Ihrem Angebot zu nehmen. Für dieses Papier werden auf Sumatra die Natur zerstört und die Rechte der lokalen Bevölkerung missachtet.

Mit freundlichen Grüßen

David Vollrath

Rettet den Regenwald e.V.