Palmölmorde in Honduras: DEG beendet Darlehensvertrag

08.04.2011

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) hat auf unsere Protestaktion "Honduras: 25 Morde für Palmöl mit Weltbank-Kredit" reagiert. Das nach Angaben der DEG bereits "zugesagte Darlehen" über 20 Millionen US-Dollar wurde gestrichen

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) hat auf unsere Protestaktion Honduras: 25 Morde für Palmöl mit Weltbank-Kredit vom 1. April bereits reagiert.

In einem Antwortschreiben informiert die zur staatlichen KfW-Bankengruppe gehörende Bank: "Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Landkonfliktes hat sich die DEG entschieden, das Vertragsverhältnis nicht fortzusetzen und das Darlehen damit nicht auszuzahlen." Das nach Angaben der DEG bereits "zugesagte Darlehen" über 20 Millionen US-Dollar ist damit gestrichen. Rettet den Regenwald begrüßt diesen richtigen Schritt der DEG. Die Protestaktion an die Weltbank geht aber weiter.

Nachfolgend die vollständige Antwort der DEG:

Von: "Plettenberg, Graf Hubertus"
Gesendet: Freitag, 8. April 2011 10:02 PM
Betreff: Ihre Mail an die DEG
 

Vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir können sehr gut verstehen, dass Sie die Entwicklungen im Bajo Aguan mit großer Sorge verfolgen.

Wir teilen diese Sorge und haben uns intensiv mit der Problematik beschäftigt. Die DEG hatte 2008 eine Mitfinanzierung der Dinant-Gruppe geprüft und im Jahr darauf ein Darlehen zugesagt. Geplant war die Finanzierung verschiedener Investitionen (u.a. Neuanpflanzung bestehender Palmölplantagen zur Herstellung von Speiseöl sowie Biogasanlagen zur umweltschonenden Abwasserentsorgung und gleichzeitigen Erzeugung von erneuerbarer Energie) mit positiven Effekten für die wirtschaftliche Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Honduras. Einen Schwerpunkt der Prüfung bildete die Umwelt- und Sozialverträglichkeit des Vorhabens.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Landkonfliktes hat sich die DEG entschieden, das Vertragsverhältnis nicht fortzusetzen und das Darlehen damit nicht auszuzahlen.
Wesentlich für eine Lösung des Konfliktes ist aus Sicht der DEG die Umsetzung der zwischen Staat und Bauernorganisationen getroffenen Vereinbarung zur Verteilung der Landflächen an die Bauern und Investitionen in die soziale Infrastruktur der Region sowie eine Aufklärung der Todesfälle. Beide Faktoren liegen jedoch außerhalb der Einflussmöglichkeiten der DEG.

Wir hoffen, dass es in naher Zukunft zu einer friedlichen Lösung zwischen den beteiligten Parteien kommt, die gewaltsamen Auseinandersetzungen ein Ende finden und sich die wirtschaftliche und soziale Situation der Bevölkerung vor Ort verbessern wird.

Die DEG fördert grundsätzlich Vorhaben, die einen positiven Beitrag zur dauerhaften Entwicklung und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort leisten. Mitfinanziert werden ausschließlich Projekte, die sich vertraglich zur Einhaltung international anerkannter Umwelt- und Sozialstandards verpflichten. Weitere Informationen zur DEG-Richtlinie für Umwelt- und Sozialverträglichkeit finden Sie auf unserer Website: http://www.deginvest.de/DE_Home/Ueber_die_DEG/Unser_Auftrag/Umwelt-_und_Ressourcenschutz/Umwelt-_und_Sozialgrundsaetze.jsp.

Mit freundlichen Grüßen

DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Unternehmensentwicklung und Kommunikation
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