Kamerun: Gericht stoppt Waldrodung

Ein Mann steht zwischen zwei Urwaldriesen Aufatmen im Korup Regenwald (© anonym)

28.09.2011

Ein aktueller Gerichtsbeschluss in Kamerun untersagt dem US-Investor Herakles-Kapital bis auf weiteres, 30.000 Hektar Regenwald am Rande des Korup-Nationalparks zu roden. Die Richter entschieden im Sinne eines Umweltanwalts, der von Regenwaldschutzorganisationen mit der Klage beauftragt worden war

Ein aktueller Gerichtsbeschluss in Kamerun untersagt dem US-Investor Herakles-Kapital bis auf weiteres, 30.000 Hektar Regenwald am Rande des Korup-Nationalparks zu roden. Die Richter entschieden im Sinne eines Umweltanwalts, der von Regenwaldschutzorganisationen mit der Klage beauftragt worden war.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Gerichts war, dass keine von den zuständigen Behörden genehmigten Studien zur Umwelt- und Sozialverträglichkeit des Plantagenprojektes vorliegen. Die von den Investoren bereits begonnenen Abholzungen sind demnach rechtswidrig. Eine zweite Gerichtsentscheidung über weitere fast 40.000 Hektar Land, die von dem Projekt ebenfalls bedroht sind, steht im Oktober an.

Nach Plänen des US-Investors soll der Regenwald Palmölplantagen weichen. Durch den Verkauf der abgeholzten Bäume möchte Herakles-Kapital zusätzliche Gewinne einstreichen. Dabei hat der artenreiche Wald am Korup-Nationalpark wichtige ökologische und soziale Funktionen. Er dient verschiedenen Affenarten und Waldelefanten als biologischer Korridor zwischen zwei Schutzgebieten. Wenn der Wald zerstört würde, wäre ein genetischer Austausch nicht mehr möglich und die Tierbestände dadurch gefährdet. Die Menschen der zahlreichen Dörfer im Projektgebiet würden ihr angestammtes Land und ihre Lebensgrundlagen verlieren.

Mit zwei Protestaktionen – gerichtet an die Investoren aus den USA und die Regierung Kameruns – hat Rettet den Regenwald fast 36.000 Protestunterschriften gesammelt. Zudem hat der Verein mit Spendengeldern ein großes Informationstreffen in Kamerun und die Klage des Umweltanwalts unterstützt. Auch die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag haben sich bereits mit dem Palmölprojekt beschäftigt und es – zumindest in seiner aktuellen Form – abgelehnt.