Erfolg: Der Mekong bleibt frei von Staudämmen

Die Regierungen haben den Protesten vorerst nachgegeben

08.12.2011

Der geplante Bau von elf Staudämmen im Unterlauf des Mekong in Südostasien ist bis auf weiteres gestoppt. Die Regierungen von Laos, Kambodscha, Thailand und Vietnam gaben damit den Protesten der Menschen am Fluss und rund um den Globus nach.

Die Proteste der Einwohner und von Umweltorganisationen aus aller Welt gegen 11 geplante Wasserkraftwerke am Unterlauf des Mekong haben die Regierungen von Laos, Kambodscha, Thailand und Vietnam erneut zum Einlenken veranlasst. Heute haben diese die Entscheidung über den geplanten Xayaburi-Staudamm auf unbefristete Zeit vertagt.

Nun sollen weitere Studien erstellt werden, ließen die Regierungen öffentlich verlauten. Diese sollen abschätzen, wie sich die Wasserkraftwerke auf den Fluss und die an seinen Ufern lebenden Menschen auswirken. Damit liegen auch weitere zehn geplante Staudammprojekte am Unterlauf des Mekong erst einmal auf Eis.

Wir warten jetzt darauf, dass die bereits in dem Gebiet arbeitenden Techniker zurückgeordert und die Regierungen über den Zeitplan informieren, in dessen Rahmen die Studien angefertigt und die betroffenen Einwohner befragt werden sollen“, erklärt Ame Trandem, Südostasien-Koordinator der Organisation International Rivers.

Rettet den Regenwald hat die Proteste der Einwohner mit zwei Protestaktionen unterstützt. Der Verein fordert weiterhin, dass die schädlichen Staudammvorhaben ein für alle Mal eingestellt werden. Im April und noch einmal im November hatten jeweils 15.000 Menschen die Staudammvorhaben abgelehnt. Die gesammelten Unterschriften hat der Verein in den Botschaften von Laos und Thailand in Berlin und Paris übergeben. Die Regierungen hatten daraufhin ihre Beratungen fortgesetzt. Das Xayaburi-Kraftwerk sollte auf dem Staatsgebiet von Laos errichtet werden und das benachbarte Thailand mit Elektrizität versorgen.

Mekong-Gebiet ist eines der globalen Zentren der Artenvielfalt

Der Mekong ist die Lebensader Südostasiens und das größte Süßwasser-Fischereigebiet. Vom Fischreichtum hängen die Ernährung und das Einkommen von Millionen Menschen im Flussgebiet ab. Die Flora und Fauna der aquatischen Ökosysteme ist sehr artenreich und weltweit einzigartig. Dazu gehören auch Süsswasserrochen mit bis zu 4 Metern Spannweite, Riesenwelse und Mekong-Delfine. Aber auch an Land gibt es noch viel zu entdecken. Über Tausend bisher nicht wissenschaftlich erfasste Arten wurden im Mekong-Gebiet in den vergangenen Jahren beschrieben. Fast täglich kommen neue Arten hinzu.

Aktuell berichten Wissenschaftler über mehr als 200 neu entdeckte Arten an der Flusslandschaft des Mekong. Einen Artikel dazu finden Sie hier.