Kongo: Erster Erfolg für bedrohte Berggorillas

Gorillamutter mit Baby im Arm ruht in Waldlichtung Gorillafamilie im Virunga Nationalpark

28.05.2013

Für den Virunga-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo gibt es neue Hoffnung. Die Regierung hat in diesem artenreichen Weltnaturerbe fünf Gebiete für Ölerkundungen freigegeben. Nach weltweiten Protesten von Naturschützern zog sich mit der Firma TOTAL jetzt der erste Erdöl-Konzern zurück

„Der Beginn der Ölförderung wäre das Ende unseres UNESCO-Weltnaturerbes und auch der Gorillas." Diese Sorge äußerte Ephrem Balole, Mitglied der Virunga-Nationalpark-Verwaltung, in einem Interview mit Rettet den Regenwald im Dezember 2012. Balole war nach Europa gekommen, um die Weltgemeinschaft auf die drohende Natur-Katastrophe in seinem vom Bürgerkrieg erschütterten Land aufmerksam zu machen.

Der dichte Virunga-Regenwald im Osten des Kongo an der Grenze zu Ruanda ist Heimat vieler seltener Tierarten und seit 1925 Afrikas ältester Nationalpark. Auch 380 der vom Aussterben bedrohten Berggorillas leben dort.

Gegen die Pläne der Regierung, Konzessionen zur Ölförderung zu vergeben, wehrt sich das Parkmanagement zusammen mit der Bevölkerung.

Ende 2011 erhielt z.B. der britische Ölkonzern SOCO eine Förderlizenz für mehrere Ölblöcke im Osten des Landes. Bis dahin bestand ein Förderverbot für die sensiblen Regenwaldregionen der DR Kongo. Block 5 der SOCO-Lizenz liegt zu 60 Prozent im Gebiet des Virunga-Nationalparks. Ephrem Balole: „Die Ölfirma hat durch ein Präsidentendekret die Erlaubnis bekommen, Erkundungen im Park vorzunehmen. Es gibt aber Gesetze, die Rohstoffförderung im Nationalpark verbietet."

Mehr als 65.000 Menschen unterzeichneten im Dezember 2012 die Forderung von Rettet den Regenwald, alle Aktivitäten zur Ölförderung im und um den Virunga-Nationalpark sofort einzustellen: www.regenwald.org/aktion/900/virunga-park-oelkonzern-bedroht-den-gorillawald#.

Außerdem konnten wir dem Nationalpark-Management 15.000 Euro Spendengelder überweisen – und die schwierige Arbeit der Ranger zum Schutz der Gorillas unterstützen.

Noch sind der Regenwald und seine Bewohner nicht in Sicherheit – der SOCO-Konzern hat sich bisher nicht zurückgezogen. Deshalb brauchen die Park-Ranger und die Bevölkerung weiterhin unsere Hilfe – dafür bitten wir um Ihre Spende:

JETZT SPENDEN