COP: Sechs Jahre RSPO sind sechs Jahre Mord an den Orang Utan

18.11.2008

"Die Orang Utan sind tot" stand auf den Bahren, die Umweltakivisten von COP heute vom Platz vor dem Hotel Indonesia im Zentrum von Jakarta Richtung Friedhof trugen. Mit dieser Beerdigung demonstrierten die Umweltschützer am 17. November 2008 gegen den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (Round Table on Sustainable Palm Oil - RSPO). RSPO vergibt ein "Ökosiegel" für angeblich "nachhaltig" produziertes Palmöl. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Das Industriesiegel nichts weiter als Betrug und Etikettenschwindel.

Centre for Orangutan Protection (COP) Presseerklärung Montag, 18. November 2008 Sechs Jahre RSPO sind sechs Jahre Mord an den Orang Utan „Die Orang Utan sind tot“ stand auf den Bahren, die Umweltakivisten von COP heute vom Platz vor dem Hotel Indonesia im Zentrum von Jakarta Richtung Friedhof trugen. Mit dieser Beerdigung demonstrierten sie heute, am 17. November 2008, gegen den Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO). Das Centre for Orangutan Protection (COP) lehnt RSPO ab. Grund der Ablehnung sind die negativen Erfahrungen bei der Rettung von Orang Utan aus Ölpalmplantagen in Kalimantan.

„Der RSPO ist jetzt im 6. Jahr. Trotzdem vernichten Mitglieder des RSPO immer noch Regenwald und bringen weiter Orang Utan um. Die Nachhaltigkeitskriterien und RSPO-zertifiziertes Palmöl sind nichts als Lüge“, sagt Novi Hardianto, Habitat Program Coordinator von COP. Als im letzten Jahr vom 20.-22. November 2007 das 5. RSPO-Jahrestreffen in Singapur stattfand, war COP dabei, als ein Rettungsteam vom Forstministerium und von BOS (Borneo Orang Utan Survival Foundation) mehrere Orang-Utan aus einem Kahlschlaggebiet des Palmöl-Konzerns IOI in Antang Kalang auf Zentral-Kalimantan retteten. Die Orang-Utan wurden in einem noch intakten, nicht abgeholzten Wald gebracht und freigelassen. IOI Plantations wurde aufgefordert, diesen Wald, der Habitat der Orang-Utan ist, nicht abzuholzen. Anfang August 2008, weniger als ein Jahr später, musste COP bei einem Besuch feststellen, dass in dort keine Orang-Utan mehr sind, denn der Wald ist weg. Jetzt sind dort Ölpalmen gepflanzt.

IOI Plantation ist Mitglied im Board des RSPO. Am 4 Mai 2007 war COP bei der Rettung von mehreren Orang-Utan-Weibchen und ihren Babys dabei. Die Orang Utan waren in einer Holzkiste im Lagerraum von PT. Agro Bukit, einem Tochterunternehmen der Agro Holdings, gefangen und hatten Kopfverletzungen. Die Plantagenarbeiter gaben zu, auf die Köpfe der Orang-Utan eingeschlagen zu haben, um sie fangen zu können. Allein aus dieser Plantage von PT. Agro Bukit sind im Zeitraum 2006 – 2007 mindestens 50 Orang-Utan befreit worden. Die Agri Holdings ist bereits seit August 2006 Mitglied des RSPO, doch die Kriterien des RSPO erfüllt sie nicht. Die Agro Holdings vernichtet immer noch Regenwald, wie COP erst kürzlich im August 2008 in Antang Kalang dokumentiert hat.

“Wenn Nachhaltigkeit wirklich ernstgenommen würde, müsste der RSPO längst Maßnahmen gegen die Mitglieder einleiten, die die Nachhaltigkeitskriterien nicht einhalten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Der RSPO ist nichts anderes als eine Waschmaschine für den Ruf solcher Unternehmen, die den Regenwald vernichten und die Orang Utan umbringen. Der RSPO ist nur ein Tarnmantel mit einem grünem Image”, so Novi Hardianto. Deshalb fordert COP die NRO-Mitglieder des RSPO wie den WWF auf, RSPO zu verlassen. “Es gibt keinen Grund mehr, noch länger Mitglied des RSPO zu sein. Weiter im RSPO zu bleiben, heißt, den Umweltverbrechern zu helfen, ihre mit dem Blut der Orang-Utan beschmierten Gesichter und Hände in Unschuld zu waschen.”