Holzeinschlag löst Umweltkatastrophe aus

Abholzung verstopft einen Fluss mit Baumstämmen Treibholz verstopft den Fluss Baleh in Malaysia (© Matek Geram)

23.08.2021

Selbst erfahrene Umweltaktivisten sind von diesem Ausmaß erschüttert: Seit einigen Tagen verstopft Treibholz den Fluss Baleh im malaysischen Bundesstaat Sarawak. Tote Fische, ein ertrunkenes Reh und Tausende Baumstämme sind auf den Fotos zu sehen, die unser Partner Matek Geram geschickt hat. Ein Grund für den „Logjam“ ist der Holzeinschlag am Oberlauf des Flusses.

Die indigenen Iban in Sarawak leiden unter der Umweltkatastrophe. Viele fürchten um ihre Sicherheit, wenn sie auf dem Fluss unterwegs sind, etwa um zum Markt zu fahren. Etliche Fischer haben ihre Netze, die sie im Baleh aufgespannt hatten, im Strom aus Schlamm und Treibholz verloren. In der Stadt Sibu ist die Wasserversorgung beeinträchtigt.

Matek Geram von der Indigenenorganisation SADIA sieht als Ursache die Rodung von Regenwald für Holzgewinnung und Palmölplantagen und ein Staudammprojekt an. Die Bodenerosion habe erheblich zugenommen. „Der Reichtum des Waldes ist bedroht, große Bäume sind durch Abholzung verloren gegangen. Der Fluss und das Leben in ihm sind tot, seine Umgebung wurde zerstört“, sagt er.

„Als indigener Aktivist, der den Wald und die traditionellen Landrechte der Indigenen verteidigt, bin ich sehr enttäuscht und traurig über all die Katastrophen, die durch die Politik der Regierung, unbegrenzt Wälder abzuholzen, und durch die Zerstörung der Umwelt entstehen.“

In einem schriftlichen Statement nennt auch der Deputy Chief Minister von Sarawak, James Jemut Masing, die Schuldigen der Katastrophe beim Namen. Firmen, die am Oberlauf „mit zerstörerischen Folgen für die Umwelt“ Holz einschlagen, so der Politiker, der ebenfalls dem Volk der Iban angehört.

Bereits 2010 war der Fluss Baleh von Treibholz verstopft. Damals waren mehrere Menschen ums Leben gekommen.