AnführerInnen sozialer Bewegungen aus dem Süden protestieren gegen den WWF International

03.12.2009

Erste Aktion der Klimakarawane vom 3.12.09 Die erste Aktion der Klimakarawane von Genf nach Kopenhagen fand im Eingangsbereich des internationalen Sitzes des WWF in Gland, Kanton Genf, statt. Delegierte verschiedener Organisationen von Bauern, Indígenas und Fischern prangerten den Greenwash an, den der WWF in ihren Heimatländern praktiziert. Die TeilnehmerInnen der Karawane entfalteten Transparente und protestierten vor den überraschten Kadern des WWF. Mit einem Megafon begann eine Reihe vieler Reden über viele Fälle, in denen der WWF den Willen und die Bedürfnisse der Lokalbevölkerung mit dem Ziel ignoriert hat, die Natur zu bewahren. In den letzten Jahren hat der WWF verschieden Runde Tische für eine nachhaltige Produktion von Commodities ins Leben gerufen. Darunter befinden sich die kontroversesten im Bezug auf soziale und Umweltfolgen, wie Soja, Oelpalme, Zucker, Baumwolle, Agrotreibstoffe und Fischzucht. Diese multisektoriellen Diskussionsräume werden von vielen sozialen Basisbewegungen abgelehnt, weil sie verwirren und die Aufmerksamkeit von der Schwere der Situation ablenken. Vielerorts bedeuten diese Produktionsmodelle Menschenrechtsverletzungen. Der WWF wird beschuldigt, die Folgen des Wirkens der Transnationalen Konzerne für Umwelt und Gesellschaft mit sogenannten Umweltprojekten unsichtbar zu machen. Javiera Rulli aus Argentinien meinte, dass der Runde Tisch für Verantwortliche Soja (RTRS) eine Plattform der Industrie und der Grossgrundbesitzer ist. Rulli deutete auf die Teilnahme der schlimmsten und kriminellsten Multinationalen des Agrobusiness, wie Monsanto, Syngenta, Cargill, ADM und Bunge, hin. Sie warf dem WWF ebenso vor, carbon credits fuer den Gentechsojaanbau zu pushen. Jorge Galeano, Bauernführer vom MAP aus Paraguay, lehnt die Zertifizierung von Gentechsoja als nachhaltige Kultur ab. Ebenfalls drückte er eine klare Ablehnung dagegen aus, Nachhaltigkeitskriterien zu akzeptieren, wo Sojafelder bis 20 Meter an die Häuser heran mit Pestiziden behandelt werden dürfen. Die Pestizidsprühungen machen die Leute krank, besonders Frauen und Kinder. Galeano schloss, dass die Soja verantwortlich ist fuer Tod und Zerstörung. Der Runde Tisch der nachhaltigen Soja sei eine Lüge. Elisangela Araujo, Generalkoordinatorin der Organisation FETRAF (Federación de Agricultura Familiar) aus Brasilien denunzierte die Konzentration der Macht der Transnationalen, welche der Sojaanbau in Brasilien bedeutet. Laut Araujo sei es unmöglich, Soja auf Riesenflächen nachhaltig anzubauen. FETRAF nahm an der ersten RTRS Konferenz teil, verliess aber nachher die Initiative, weil sie merkten, dass die Interessen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft nicht geschützt wurden. Roland Vibal von SeaFish for Justice, eine asiatische Fischervereinigung, informierte über beginnende Megaprojekte zur Privatisierung von Korallenriffen, “Der Initiative des Korallendreiecks”. Dieses Projekt bedeutet die Vertreibung und das Verschwinden von Tausenden von Fischerfamilien. Das Projekt wurde in seiner Region auferlegt ohne jegliche Mitbestimmung und Zustimmung der lokalen Bevölkerung. Laut Vibal ist es untolerierbar, dass mit dem Ziel, den Klimawandel einzudämmen, Leute aus dem Süden aus ihrem Lebensraum vertrieben würden. Sie, die Fischer seien Opfer des Klimawandels und nicht die Verursacher! Der kolumbianische Aktivist Jose Goyes von der politischen Kommission des regionalen indigenen Rats von Cauca und sozialer und kommunitärer Gemeinschaftsarbeit nahm Bezug auf den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser Round Table zertifiziert in Kolumbien Monokulturen, die von den Paramilitärs implementiert wurden. Die afrostämmigen, bäuerlichen und indigenen Gemeinden wurden massakriert oder vertrieben, um sich das Land anzueignen. “Wie ist es möglich, eine solche Produktion als nachhaltig zu bezeichnen, frage ich euch?” Herr Goyes wies den WWF auch dafür zurecht, dass er zu den Besprühungen vermeintlicher Kokaplantagen in Kolumbien komplizenhaft schweigt. Diese Sprühungen mit Round up in Kolumbien haben der Gesundheit der Menschen im ländlichen Raum viel Schaden zugefügt und in den Urwäldern irreparable Schäden hervorgerufen. Zum Schluss lehnte ein Sprecher der Schweizer Koalition Justice Social et Clima die Teilnahme des WWF innerhalb der offiziellen Schweizer Delegation als Vertreter der Zivilgesellschaft für den Kopenhagener Klimagipfel ab. Ein Funktionär des WWF versuchte, mit den Delegierten zu sympathisieren, indem er sich für den “Besuch” bedankte. Dieser Ausdruck wurde hochgradig zurückgewiesen durch die DemonstantInnen, welche versprachen, den WWF auch auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu outen. Mehr Informationen über die Karawane: www.climatecaravan.org