Brasilianische Fischer wollen auf Hauptversammlung von ThyssenKrupp gegen neues Stahlwerk protestieren

21.01.2010

Dem Stahlkonzern ThyssenKrupp steht eine hitzige Hauptversammlung bevor: Brasilianische Fischer fordern Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Stahlwerks CSA an einer Meeresbucht in der Nähe Rio de Janeiros. Die Fischer beklagen Umweltschäden und Verdienstausfälle von bis zu 80 Prozent. Für das riesige Stahlwerk wurde ein Mangrovenwald gerodet. Zum Bau der Verladeeinrichtungen und Fahrrinnen wurde von ThyssenKrupp hochgiftiger Industrieschlamm ausgebaggert und an anderen Stellen der Bucht unter Wasser abgelagert. Ein Fischsterben war die Folge, und den Fischern wurde die Arbeit in dem Gebiet dauerhaft untersagt. Die Fischer verloren dadurch ihre Fischgründe und ihren Lebensunterhalt. Auf die Proteste der Fischer hat der Konzern mit Gewalt und Einschüchterung reagiert. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre hat einen Gegenantrag eingereicht, der den Mitgliedern des Aufsichtsrates von ThyssenKrupp die Entlastung verweigert. Den Gegenantrag können Sie auf der Internetseite der ThyssenKrupp AG lesen. Weitere Hintergundinformationen zum Fall des brasilianischen Stahlwerks CSA von ThyssenKrupp und den Protesten der Fischer finden sich auf der Kampagnenseite des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL) zum Fall. Den aktuellen Artikel "Hauptversammlung - Brasilianische Fischer wollen gegen ThyssenKrupp-Werk protestieren" im Spiegel finden Sie hier.