BIOMASSE AUS LIBERIA / Reaktion der Vattenfall Europe AG vom 11. Juni 2010

11.06.2010

Sehr geehrter Herr Schenk,

vielen Dank für Ihre ausführliche Reaktion. Wie eine in dieser Woche in Brüssel veröffentlichte Studie, die u.a. von der European Climate Foundation und Vattenfall in Auftrag gegeben worden ist, zeigt, wird Biomasse eine zukünftig immer wichtigere Rolle bei der Energieerzeugung spielen.

Selbstverständlich darf der Einsatz von Biomasse nicht zum Raubbau an der Natur führen - weder im liberianischen Regenwald noch sonst irgendwo. Für unser Engagement in Liberia haben wir sehr weitreichende Vorkehrungen getroffen, um negative Effekte auf den Regenwald zu verhindern. Die Nutzung der unwirtschaftlichen Gummibaumplantagen geschieht im Sinne der Bevölkerung und im engen Einvernehmen mit der liberianischen Regierung. Eine Beschaffungskonkurrenz zu dem im Bau befindlichen Biomassekraftwerk in Monrovia ist ausgeschlossen. Mit Buchanan ist vertraglich vereinbart, dieses Kraftwerk bevorzugt zu beliefern.

Über das Unternehmen Buchanan unterhält Vattenfall eine faire Wirtschaftsbeziehung zu Liberia, die die besonderen Umstände im bürgerkriegsgeschädigten Land berücksichtigt, aber selbstverständlich auf der Grundlage unternehmerischer Aspekte getroffen worden ist. Wir können nicht erkennen, dass die Beendigung unseres Engagements einen positiven Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leisten würde.

Ihren Vorwurf, Vattenfall handle verantwortungslos, indem das Unternehmen erste Verträge unterzeichnet, die Kraftwerksplanung vorantreibt und sich erst danach um die Nachhaltigkeitskriterien für den Brennstoff kümmert, sind aus unserer Sicht ebenfalls nicht zu halten. Vattenfall wendet beim Einkauf von Biomasse seinen Verhaltenskodex für Lieferanten (Code of Conduct for Suppliers) an, der auf den Prinzipien des UN Global Compact basiert. Die Global Compact Prinzipien beinhalten Verpflichtungen zur Einhaltung von Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Bei diesen Nachhaltigkeitskriterien sehen wir uns in der Vorreiterrolle. Weder auf nationaler noch auf europäischer oder internationaler Ebene gibt es bisher verbindliche gesetzliche Vorgaben für die Nutzung von fester Biomasse. Statt den Gesetzgebungsprozess abzuwarten, werden wir noch in diesem Jahr – also lange bevor die Berliner Biomasseheizkraftwerke ihre Arbeit aufnehmen – Nachhaltigkeitskriterien vorlegen. Dabei lässt sich Vattenfall extern beraten und orientiert sich an den vorliegenden europäischen Richtlinien für flüssige Biomasse.

Wir würden uns freuen, mit Ihnen zur Entwicklung der Nachhaltigkeitskriterien im Kontakt zu bleiben. Gerne informieren wir Sie im persönlichen Gespräch eingehender über unser Projekt in Liberia.

Mit freundlichen Grüßen

Vattenfall Europe AG

Andreas Breitsprecher Leiter Konzernkommunikation und Public Affairs

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