Schottland: Fünf Klimacamp-Aktivisten festgenommen

25.08.2010

Der Energiekonzern Forth Energy mit Sitz in Lieth, Schottland, wurde von einer kleinen Aktivisten-Gruppe des Klimacamp besetzt. Fünf Personen wurden festgenommen, sind mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

Der schottische Konzern Forth Energy plant vier neue Biomassekraftwerke, die Energie aus Holzverbrennung liefern sollen. Rund 5,6 Millionen Tonnen Holz würden dafür pro Jahr benötigt – vor allem Importe aus Nord- und Südamerika. Dabei bezeichnet Forth Energy sich selbst gerne als "grünes" Energieunternehmen, das auf Biomasse setzt, um den Klimawandel nicht weiter voran zu treiben. In Wahrheit sind Biomassekraftwerke jedoch keineswegs die bessere Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken. Der CO2 Ausstoß liegt anderthalb mal höher als der eines Kohlekraftwerkes bei gleicher Energieleistung und die Abholzung der Regenwälder zur Gewinnung der Biomasse lässt die Klimabilanz schlechter ausfallen als die Nutzung fossiler Brennstoffe. Zusätzlich werden einzigartige Ökosysteme und Lebensräume zahlreicher indigener Völker geopfert, um Platz für Monokulturen zu schaffen, die den westlichen Bedarf an Biomasse stillen können. Trotz aller Widersprüche und wissenschaftlicher Erkenntnisse, die das Gegenteil beweisen, gelten Biomassekraftwerke in der EU als nachhaltige, grüne Energielieferanten. Das schottische Unternehmen Forth Energy kann sogar mit jährlichen Subventionen von 300 Millionen Pfund für die neuen Kraftwerke rechnen. Die Aktivisten des Klimacamps in Edinburgh wollten mit der Besetzung des Firmenhauptsitzes auf die gefährlichen Konsequenzen von Biomassekraftwerken aufmerksam machen. Sie ketteten sich im Empfangsbereich der Firma aneinander, besetzten den Haupteingang und brachten ein Transparent mit der Aufschrift "BIOMASS = DEFORESTATION +POLLUTION = CLIMATE CHANGE" (Biomasse = Abholzung + Umweltverschmutzung = Klimawandel) an der Fassade des Gebäudes an. In der Zwischenzeit verteilten weitere Helfer in der Nachbarschaft des Konzerns Flugblätter und führten Gespräche mit den Anwohnern, die sich besorgt über die Pläne von Forth Energy zeigten. Die fünf festgenommenen Aktivisten wurden nach 27 Stunden ohne weiteres Verfahren wieder freigelassen.