Studie warnt vor katastrophalen Folgen

21.01.2003

In den nächsten zwanzig Jahren wird sich Voraussagen zufolge der weltweite Bedarf an Palmöl verdoppeln. In Indonesien werden dafür etwa drei Millionen Hektar neue Plantagen für Ölpalmen entstehen. Durch Brandrodungen und Kahlschläge wird der indonesische Regenwald - Heimat unter anderem für die gefährdeten Sumatra-Elefanten, Orang-Utans und Sumatra-Tiger - auf einer Fläche der Größe Belgiens vernichtet, um Land für die Produktion von Palmöl zu gewinnen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die das niederländische Institut AIDEnvironment erstellt hat. Palmöl ist einer der wichtigen Grundstoffe für Margarine, Fritierfett, Süßwaren, Waschmittel und Kosmetikprodukte sowie für so genannte technische Fette.

Deutschland importierte im Jahr 2001 rund 430.000 Tonnen Palmöl aus Indonesien. Wollte man diese Menge auf einmal in Tanklastzügen transportieren, würde sich eine Lastwagenkette von Frankfurt bis München bilden. Geht alles weiter wie bisher, ist nach Schätzungen der Weltbank der indonesische Tieflandwald auf Sumatra innerhalb der nächsten drei Jahre und auf Borneo in spätestens acht Jahren von der Erdoberfläche verschwunden. Für Sumatra und den indonesischen Teil Borneos liegen bereits von der Staatsregierung genehmigte Anträge zur Einrichtung neuer Plantagen in Höhe von mehreren Millionen Hektar vor. Nach Angaben der Studie wurde die bisherige Plantagenexpansion auch durch Kredite deutscher Banken wie Deutsche Bank, Commerzbank und Bayerische Hypo- und Vereinsbank ermöglicht. Eine in der Untersuchung dokumentierte Umfrage unter großen deutschen Unternehmen, die Palmöl verarbeiten oder in ihren Produkten verwenden, brachte ernüchternde Ergebnisse: Noch nicht einmal ein Drittel der Befragten antwortete überhaupt auf die Fragen nach Menge, Herkunft und Einkaufskriterien des verwendeten Palmöls.