Deutsche Unternehmen vernichten die Regenwälder

13.04.2003

Tesso Nilo im Zentrum der indonesischen Insel Sumatra ist eine ökologische Schatzkammer: In den Wäldern von Tesso Nilo, die eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der selten gewordenen Sumatra-Elefanten sind, wurde die weltweit größte Pflanzenvielfalt nachgewiesen. Doch in Indonesien und damit auch in Tesso Nilo wird der Regenwald schneller vernichtet als überall sonst auf der Welt. Deutsche Finanzinstitute wie Deutsche Bank und Hermes Kreditversicherung haben diese Entwicklung durch Kredite und Bürgschaften mit zu verantworten.

Der WWF weist in seiner aktuellen Studie "Elefantenwald im Ausverkauf" nach, dass europäische Unternehmen und Finanzinstitute an der Zerstörung dieses Regenwalds beteiligt sind. Durch industrielle und illegale Rodungen wird Tesso Nilo im Zeitraffer in riesige Plantagen umgewandelt. Die auf diesen Plantagen gewonnenen billigen Rohstoffe landen schließlich als Kopierpapier, Kartonage, Margarine und Süßigkeiten in europäischen Büros und Haushalten. Noch ist Tesso Nilo der größte zusammenhängende Regenwald im Tiefland Sumatras. Doch durch die fortschreitende Abholzung und die anschließende Bepflanzung mit Monokulturen wird der "Elefantenwald" immer mehr zu einer kleinen Insel in einem Meer von Plantagen. Die Weltbank schätzt, dass die Tiefland-Regenwälder in ganz Sumatra bis 2005 völlig verschwunden sein werden, wenn Holzeinschlag und Brandrodung nicht sofort beendet werden. Quelle: WWF