Erdrutsche legen Skandal-Pipeline frei

09.05.2003

Im Gebiet von Mindo nordwestlich von Quito haben mehrere schwere Bergrutsche Ende April 2003 die dort bereits etwa zwei Meter tief in der Erde verlegte WestLB-Pipeline teilweise freigelegt. Betroffen ist auch ein Berggrat in Guarumos, der die Grenze zu einem Sperrgrundstück bildet, das von Rettet den Regenwald gekauft und anschließend an örtliche Umweltschützer übergeben wurde. Die WestLB-Pipeline – die so genannte OCP - führt dort mitten durch das Mindo-Nambillo Schutzgebiet, das zu den artenreichsten Regionen weltweit zählt. Ein Gerichtsbeschluss aus Februar 2003 belegt, dass die WestLB-Pipeline auf dem Berggrat und über das Sperrgrundstück illegal verlegt wird. Trotzdem bauen die WestLB-Geschäftspartner unbeirrt weiter und werden dabei von Polizei und Militär geschützt. Die Düsseldorfer Bank hat zu den kriminellen Geschäftspraktiken ihrer Geschäftspartner bisher keine Stellungnahme abgegeben.

Die Besitzer des Sperrgrundstücks im Mindo-Nambillo Schutzgebiet haben Ende April 2003 eine Schadensersatzklage über 600 Millionen US Dollar gegen OCP eingereicht, die vom zuständigen Gericht inzwischen angenommen wurde und demnächst verhandelt wird. Rettet den Regenwald wird der Öffentlichkeit in Kürze Film- und Fotomaterial präsentieren, dass die Schäden durch die Erdrutsche zeigt. Umweltgruppen warnen seit langem davor, die WestLB-Pipeline über den 2800 Meter hohen Berggrat in Guarumos zu verlegen und haben die jetzt eingetretenen Erdrutsche prophezeit. Wäre die Pipeline bereits in Betrieb, hätte es zu einer katastrophalen Ölverseuchung des Mindo-Nambillo Schutzgebiet kommen können. Als Konsequenz aus den jüngsten Unglücken forderte Rettet den Regenwald die WestLB zum sofortigen Ausstieg aus der OCP-Finanzierung auf.