Regierung will illegalen Einschlag bekämpfen

25.01.2004

Der Druck von Umweltorganisationen aus aller Welt und die Proteste geschädigter Menschen vor Ort zeigen Wirkung: Die indonesische Regierung geht jetzt entschiedener gegen illegalen Holzeinschlag vor und droht den Tätern mit Sanktionen. Laut indonesischem Forstministerium „verwenden viele Zellstoff- und Papierfabriken kein Plantagenholz, sondern Holz aus Naturwäldern oder sogar illegales Holz. Daher fordern wir sie auf, entsprechend ihrem Verbrauch sofort Holzplantagen anzulegen“, so Forstminister Prakosa. Nach Angaben des Ministers ist die Zellstoffindustrie zur Zeit die einzige indonesische Industriebranche, die auf dem Weltmarkt ein hohes Potenzial besitzt und so etwas wie die Primadonna der Devisenverdiener geworden ist. „Doch ist die Rohstoff-Gier dieser Industrie unglaublich groß. Gelegenheit macht Diebe – und zerstört den Wald.“

Eigentlich, so der Forstminister, dürfte die Industrie keinen Mangel an Rohstoff haben, wenn sie entsprechend den Bedarfsplänen Plantagen angelegt hätte. Die Realität sieht anders aus: die Zellstoff-Fabriken verbrauchen Holz aus Naturwald, welcher nach der Abholzung in Plantagen umgewandelt wird, die jedoch nur ungenügend bepflanzt werden. Nach Daten des Forstministeriums gibt es in Indonesien sieben Zellstoff- und Papierunternehmen mit einem Gesamtbedarf von 27,7 Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr. Die Plantagen liefern 20,3 Millionen Kubikmeter. Somit fehlen 7,4 Millionen Kubikmeter. „Wenn die Anlage von Plantagen nicht entsprechend der Planung erfolgt, wird die Regierung Maßnahmen ergreifen und zum Beispiel Unternehmen die Betriebserlaubnis entziehen“, so Prakosa weiter.