Proteste zwingen Weltbank zum Ausstieg

13.03.2004

Die Weltbank-Tochter MIGA steigt aus der geplanten Finanzierung einer Papierfabrik auf Borneo aus, die Regenwälder und Waldbewohner bedroht. Zuvor hatte es einen internationalen Proteststurm von Umweltorganisationen gegeben. Rettet den Regenwald hat sich an der Kampagne beteiligt. Tausende Protest-mails gingen von unserer homepage direkt an die Weltbank und die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul. Deutschland ist drittgrößter Geldgeber der Weltbank und hat einen eigenen Exekutivdirektor. Mit finanziellen Garantien wollte die Weltbank-Tochter MIGA („Multilateral Investment Guarantee Agency“) die 1,2 Milliarden US-Dollar teure Zellstoff-Fabrik in Südkalimantan auf Borneo absichern.

Die MIGA hat es sich offiziell zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsländer und den Kampf gegen die Armut zu fördern. Umweltorganisationen hatten kritisiert, ddie Papierfabrik bekämpfe die Armen – nicht die Armut. Der MIGA-Ausstieg ist inzwischen von einem hochrangigen Mitarbeiter bestätigt worden, sämtliche Projektangaben wurden von der MIGA-homepage genommen. Indirekt hat die MIGA eingeräumt, dass die internationalen Proteste und die Argumente der Umweltgruppen zum Ausstieg geführt haben. Die Finanzierung des Projekts ist seitdem völlig offen, eine Realisierung in weite Ferne gerückt. Wegen enormer Überkapazitäten fehlt es der indonesischen Zellstoff-Industrie an Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Plantagen. Deswegen ist die Branche für das illegale Abholzen riesiger Regenwaldflächen verantwortlich.

In Indonesien stammen von 73 Millionen Kubikmetern Holzernte jährlich rund 50 Millionen aus illegalen Einschlägen, und auch der restliche Einschlag zerstört Regenwälder, da die Konzessionsvergabe und –kontrolle durch Korruption geprägt ist. Selbst die Nationalparks des Landes werden inzwischen geplündert. Die Regenwaldvernichtung hat katastrophale Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht und für Millionen Menschen, deren Überleben von intakten Wäldern abhängt. Da die Gewässer durch den Einsatz giftiger Chemikalien der Papierindustrie verseucht sind, haben Zehntausende keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser und verlieren ihre Existenz als Fischer und Landwirte. Nach Informationen internationaler und indonesischer Umweltgruppen bedroht die geplante Zellstoff-Fabrik in Satui, Südkalimantan, das Überleben der dortigen Bewohner, betroffen sind insbesondere die lokalen Fischer. Während die Umweltverträglichkeitsstudie erarbeitet wurde, habe es keine ausreichende Konsultation der betroffenen Bevölkerung gegeben.

Mehr Infos zur Papier- und Zellstoffproduktion in Indonesien finden sie hier: http://www.regenwald.org/new/aktuelles/sumatra.htm
http://www.regenwald.org/pdf/rdr-report0201.pdf
http://www.regenwald.org/regenwaldreport/archiv/01-01/inge.htm http://www.regenwald.org/pdf/rdr-report0102.pdf http://www.regenwald.org/pdf/rdr-report0302.pdf