Ressourcen der Erde um 15% überstrapaziert

23.03.2004

Ressourcen der Erde um 15% überstrapaziert
Not in den ärmsten Ländern ist die Folge
> SAN FRANCISCO, März, 22 /PRNewswire/

Die Organisation Redefining Progress veröffentlichte heute eine aktualisierte Ausgabe der weltweit führenden Nachhaltigkeitsindikatoren, der 'Ecological Footprint(TM) Accounts'. Die Ausgabe 2004 des 'Footprint of Nations' kommt zu dem Schluss, dass die reichsten Länder der Welt unserer Zukunft auf Kosten der Kinder von heute, der Armen und langfristig auf Kosten der Gesundheit des Planeten verpfänden. Eine handvoll Länder verbraucht die globalen Ressourcen auf exzessive Weise und schneller als je zuvor. Dabei sind die Probleme überlagert, da die reichen Länder das eigene Wirtschaftswachstum durch fortgesetzte Ausbeutung der Ressourcen und des ökonomischen Potenzials ihrer Nachbarn erhöhen.

Im nationalen 'Ecological Footprint Accounts' messen die Fläche, die eine Nation zur Befriedigung ihrer Existenzgrundlagen und zum Absorption ihrer Abfälle benötigt. Die 'Accounts' setzen sich aus den sechs Faktoren Energieverbrauch, Ackerland, Weideland, Fischereien, Bauland und Waldflächen zusammen. Die vorherigen Berichte von Redefining Progress (RP) befassten sich schwerpunktmässig mit den Gefahren der Überbeanspruchung unserer natürlichen Ressourcen und mit deren Auswirkung auf künftige Generationen. Der diesjährige Bericht dokumentiert erstmalig die Auswirkungen der Überbeanspruchung auf die verwundbarsten Populationen.

"Diese Werte sprechen für diejenigen mit der geringsten Macht in der Welt: Kinder, Arme, die Umwelt und die künftigen Generationen", meint Michel Gelobter, Executive Director von RP. "Es sind diejenigen, die wenig oder kein Gehör im politischen System oder der Wirtschaft finden, deren Ressourcen aber von den Grossen mit ausgebeutet werden. Sobald wir deren Notlage ignorieren, unterminieren wir unsere gemeinsame Zukunft." Zum ersten Mal haben die Vereinigten Staaten den Spitzewert beim Footprint ('Fussabdruck') von 9,57 Hektar (entsprechend 23,7 Acres) pro Person erreicht -- ein nachhaltiger Footprint würde bei 1,88 Hektar (entsprechend 4,6 Acres) liegen. Am anderen Ende der Skala liegen Entwicklungsländer wie Bangladesch und Mosambik, deren Fussabdruck 0,53 Hektar (entsprechend 1,3 Acres) pro Kopf der Bevölkerung gross ist -- gerade mal etwas mehr als 1/20 des US-Footprints. Der Footprint-Wert für die gesamte Menschheit ergibt eine Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen von 15%.

Unhaltbarer Verbrauch und Population spielen eine grosse Rolle beim Footprint einer Nation. Da der ökologischen Eintrag einer Industrienation stark vom Verbrauch an fossilen Brennstoffen beeinflusst ist, kann ein Umstieg auf erneuerbare Kraftstoffe den Footprint einen Landes dramatisch verbessern. Aber auch ein Entwicklungsland mit einem geringen Footprint-Wert pro Kopf kann einen sehr hohen Footprint bekommen, sobald die Bevölkerungszahl stark ansteigt. Nachhaltige Produktion und Verbrauch und Achtsamkeit für soziales Gleichheit können den Footprint eines Landes reduzieren und die Lebensqualität in der ganzen Welt verbessern helfen.

Ein weiterer Trend, von dem die Studie berichtete, ist die wachsende Zahl von untergeordneten Regierungen von Ländern, die durch Einrichtung lokaler ökologischer Footprint Accounts aktiv werden, um den eigenen Verbrauch an globalen ökologischen Ressourcen zu reduzieren. "Wenn Städte wie London, Paris oder San Francisco ihre Footprints berechneten, wäre dies eine Investition in die Zukunft der Städte. Sobald sie Massnahmen zur Reduzierung des eigenen Eintrags ergreifen, sind die Auswirkungen sofort sichtbar. Etwa anhand der Umwelterholung, wirtschaftlicher Belebung oder sozialer Gerechtigkeit", meinte Jason Venetoulis, Co-director des Sustainability Indicators Program bei Redefining Progress auf der 4th Conference of the Network of Regional Governments for Sustainable Development in Cardiff, Wales (Grossbritannien).

Der vollständige Bericht: "2004 Footprint of Nations" kann von www.redefiningprogress.org heruntergeladen werden. Redefining Progress hat die Ecological Footprints ("ökologischen Fussabdrücke") für über 130 Länder und zahlreiche Regionen sowie für eine zunehmende Anzahl von Kommunen und Unternehmen berechnet. Auch Privatpersonen können die Grösse ihres ökologischen Fussabrducks, den eigenen Footprint, ermitteln. Das Dokument steht in sieben Sprachen -- ausreichend für 60 verschieden Länder -- zur Verfügung und kann von www.myfootprint.org heruntergeladen werden. Redefining Progress, eine nach 501(c)3 als gemeinnützig anerkannte Organisation, feiert in diesem Jahr (2004) den zehnten Jahrestag seiner Gründung. RP arbeitet mit vielen verschiedenen Partnern an der Umsetzung der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Politik.
Dienstag 23. März 2004, 10:48 Uhr