ALDI-Gartenmöbel aus Tropenholz zurückgeben!

21.05.2004

Hamburg, 21. Mai 04
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Verbraucher ROBIN WOOD rät: ALDI-Gartenmöbel aus Tropenholz zurückgeben!

Gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Holz aus Raubbau angemahnt

ALDI weigert sich weiterhin, VerbraucherInnen über die Herkunft der bei ALDI Nord verkauften Tropenholz-Gartenmöbel zu informieren. Weil nicht auszuschließen ist, dass das Holz dafür aus Regenwaldzerstörung stammt, empfiehlt ROBIN WOOD allen KundInnen, bereits gekaufte Möbel wieder in die Filialen zurück zu bringen. ALDI ignoriert seit über einer Woche Protestaktionen von ROBIN WOOD und hält die wichtige Verbraucherinformation, wie und wo das Meranti-Holz für die verkauften Gartenmöbel geschlagen wurde, gezielt zurück.

ROBIN WOOD-AktivistInnen hatten mit dem Transparent "Das ALDI-Prinzip: Profit ganz oben. Regenwald platt!" vor Berliner ALDI-Filialen demonstriert. Weitere Protestaktionen gab es u.a. in Göttingen und Dresden. Die UmweltschützerInnen wollen erreichen, dass ALDI auf nicht belegte Öko-Versprechen, wie das Holz sei "aus staatlich kontrollierter Forstwirtschaft" verzichtet und künftig Tropenholzprodukte nur dann anbietet, wenn sie nachweislich aus einer ökologisch und sozial akzeptablen Forstwirtschaft stammen. Bislang liefert allein das Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) einen solchen glaubwürdigen und von Umweltorganisationen anerkannten Nachweis.

Bei den Baumarten, die mit Meranti bezeichnet werden, handelt es sich um Baumriesen der südostasiatischen Regenwälder, die bis zu 70 Meter hoch werden. Viele Meranti-Arten sind laut World Conservation Union vom Aussterben bedroht. In Südostasien ist zerstörerische Waldnutzung die Regel. Der Holzeinschlag erfolgt überwiegend illegal und gegen den Willen der lokalen Bevölkerung. ALDI hat telefonisch erklärt, das Meranti stamme aus Indonesien. Dort ist die Waldvernichtung am schlimmsten, staatliche Kontrolle existiert nicht. "Die meisten ALDI-Kunden wollen bestimmt nicht mit schuld sein am Raubbau in den Regenwäldern. Um das sicher auszuschließen, bleibt ihnen wegen der Geheimniskrämerei von ALDI aber nur eine Möglichkeit: Die Möbel ins Geschäft zurückzubringen", sagt ROBIN WOOD-Tropenwaldreferent Jens Wieting. "ALDI darf mit seiner Politik des Schweigens und Mauerns nicht durchkommen."

Die Tropenholzmöbel sind nicht der erste Fall restriktiver Informationspolitik von ALDI. Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche verlieh dem Konzern im vergangenen Jahr den Anti-Preis "Verschlossene Auster", weil er grundsätzlich JournalistInnen von Informationen abschottet und bei kritischer Berichterstattung sofort mit juristischen Schritten gegen die Autoren droht. Das Verhalten von ALDI macht darüber hinaus eine gesetzliche Lücke offensichtlich. In Deutschland fehlen Regelungen, welche die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz oder von Holz aus Urwaldzerstörung unterbinden. Außerdem mangelt es an Kennzeichnungspflichten für die Branche, die gewährleisten, dass die VerbraucherInnen endlich auf einen Blick erkennen können, wo und wie das Holz gewonnen wurde, für das sie ihr Geld hinblättern.

Kontakt: Jens Wieting, Tropenwaldreferent, Tel. 040 / 380 892 15, tropenwald@robinwood.de Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Aktuelle Informationen über Gartenmöbel finden Sie im Netz unter: http://www.robinwood.de/tropenwald
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