Nein zu Grossstaudaemmen!

01.06.2004

Ja zu Erneuerbaren Energien! Nein zu Grossstaudaemmen!

260 Nichtregierungsorganisationen fordern, dass Grossstaudaemme aus den Initiativen fuer Erneuerbare Energien ausgeschlossen werden Bonn, 1.6.2004 International Rivers Network (IRN) und urgewald veroeffentlichen anlaesslich der Erneuerbaren Konferenz heute ein Positionspapier, in dem sie fordern, Grossstaudaemme nicht als Erneuerbare Energien zu unterstuetzen. Das Positionspapier "12 Gruende, Grossstaudaemme aus Initiativen fuer erneuerbare Energien auszuschliessen" wird weltweit von 260 Organisationen und Netzwerken aus 61 Laendern unterstuetzt.

(1) "Die 260 Gruppen, die das Positionspapier unterstuetzen, setzen sich damit gegen den Versuch der Staudammindustrie ein, die Erneuerbaren Konferenz fuer ihre Zwecke zu missbrauchen", erklaert Patrick McCully von IRN. "Die Staudammindustrie versucht, die Diskussionen ueber Armut und Klimawandel zu kapern, um ihrer zerstoererischen Technologie neuen Auftrieb zu verleihen." Heffa Schuecking von urgewald fuegt hinzu: "Es ist elementar wichtig, Grossstaudaemme von den in Bonn verkuendeten Initiativen auszuschliessen, wenn die Konferenz ein Erfolg in Sachen Armutsbekaempfung werden soll." Mittel, die die negativen Klima- und weiteren Umweltauswirkungen von Energieproduktion und -verbrauch reduzieren sollen, muessen fuer "neue" Erneuerbare eingesetzt werden, fordert das Positionspapier. Nur diese nuetzen tatsaechlich einer nachhaltigen Entwicklung und koennen die Energieversorgungssicherheit erhoehen. Zu den wichtigsten "neuen" Erneuerbaren gehoeren moderne Biomasse, Geothermie, Wind, Sonne, Gezeitenenergie und Kleinwasserkraft (10 MW oder weniger), die den Kriterien der Weltstaudammkommission entsprechen.

(2) Die 12 Gruende die NRO anfuehren, sind:
1. Grossstaudaemme haben nicht die gleichen Armutsreduktionseffekte wie dezentralisierte Erneuerbare.
2. Grossstaudaemme in Initiativen fuer Erneuerbare Energien einzuschliessen, absorbiert Gelder fuer neue Erneuerbare.
3. Befuerworter von Grossstaudaemmen unterschaetzen regelmaessig deren Kosten und ueberschaetzen ihren Nutzen.
4. Grossstaudaemme werden die Anfaelligkeit fuer Klimaveraenderungen erhoehen. 5. Grossstaudaemme tragen nicht zum Technologietransfer bei. 6. Grossstaudaemme haben weitreichende soziale und oekologische Auswirkungen 7. Bemuehungen um die Milderung der negativen Auswirkungen von Grossstaudaemmen sind oft erfolglos.
8. Die Befuerworter von Grossstaudaemmen lehnen Massnahmen zur Verhinderung des Baus von destruktiven Projekten ab.
9. Grosse Wasserreservoire koennen grosse Mengen an Treibhausgasen erzeugen.
10. Grossstaudaemme sind langsam, unflexibel und werden immer teurer.
11. Viele Laender sind schon jetzt zu stark von Wasserkraft abhaengig.
12. Sedimente zerstoeren oft die Erneuerbarkeit von grossen Wasserkraftreservoirs.

Das Positionspapier kann im urgewald-Buero bezogen werden (02583-1031). Kontakt: Patrick McCully in Bonn, 001 510 213 1441 (Mobiltelefon)
Heffa Schuecking, 02583-1031 www.irn.org/programs/greenhouse/
(1) Die Erklaerung ist die Kurzfassung eines Positionspapier, das von IRN und 12 weiteren Organisationen herausgegeben wurde.
(2) Dies entspricht der Definition des CURES (Citizens United for renewable Energy and Sustainability) Netzwerks in "Die Zukunft ist Erneuerbar: Positionspapier zur Internationalen Konferenz fuer Erneuerbare". www.cures-network.org