Menschenrechtspreis für Kampf gegen Goldabbau

Marco Arana (Quelle: Tierra y Libertad)

18.02.2011

Am Montag den 14. Februar erhielt der peruanische Menschenrechtsaktivist und Umweltschützer Marco Arana den Menschenrechtspreis des Cinema for Peace Festivals in Berlin. Das Cinema for Peace ist eine Parallelveranstaltung zur Berlinale und prämiert Dokumentarfilme zu den Themen Menschenrechte und Umweltschutz. Den von Amnesty International gestiften „Intenational Human Rights Film Award“ erhielt Marco Arana für seinen in der Dokumentation „Operación Diablo“ dargestellten Kampf gegen die schmutzigen Praktiken transnationaler Bergbauunternehmen in Perú.

Als Pfarrer in der nordperuanischen Region Cajamarca war er einer der ersten Kritiker der neoliberalen Wirtschaftspolitik in Perú. Diese ermöglicht es, dass ausländische Unternehmen im großen Stil Rohstoffe abbauen können, ohne dabei Rücksicht auf die Rechte der lokalen Bevölkerung und den Schutz der Natur nehmen zu müssen. In Cajamarca befindet sich die größte Goldmine Lateinamerikas, die unter anderem von dem us-amerikanischen Bergbauunternehmen Newmont Mining betrieben wird, an der sich aber auch die International Finance Cooperation (IFC) der Weltbank beteiligt. In der Mine Yanacocha werden im riesigen offenen Tagebau Gold und Silber gefördert. Um die Edelmetalle aus dem Gestein zu lösen werden giftige Chemikalien wie Zyanid eingesetzt.

Für Mensch und Umwelt ist der Goldbergbau eine Katastrophe. Die Umweltauflagen in Perú unterliegen minimalen Standards. Daher kommt es immer wieder zu massenhaftem Fisch- und Pflanzensterben in den Seen und Flüssen der Region. Zur Förderung von ein paar Gramm Gold, werden ganze Berglandschaften abgetragen. Um die Edelmetalle aus dem Gestein zu spülen, verwenden die Bergbauunternehmen Unmengen an Wasser. Da die Bevölkerung dieser Region hauptsächlich Kleinbauern sind, werden deren Lebensgrundlagen von der aggressiven Land- und Wassernahme der Mine unmittelbar bedroht. Der Bergbau in Perú ist jedoch nicht nur ein Problem für die lokale Bevölkerung und die Ökosysteme im Minengebiet, sondern birgt auch überregionale Gefahren. Die meisten Minen operieren in den Hochlandregionen der Anden. In den Bergen liegen auch die Quellen von Flüssen die sich bis ins Amazonasbecken erstrecken. Die giftigen Chemikalien und Schwermetalle des Bergbaus gelangen auf diesem Weg auch in die tropischen Regionen des Landes und stellen eine Bedrohung für das sensible Ökosystem des Regenwaldes dar.

Marco Arana kämpft seit 20 Jahren für strenge Umweltauflagen im Bergbau und die Stärkung der Rechte der betroffenen Bevölkerung. Er gründete die Umweltorganisation GRUFIDES, die Kleinbauern in ihrem Widerstand gegen Bergbaukonzerne unterstützt und durch Bildungsarbeit versucht, über die ökologischen Gefahren des Bergbaus aufzuklären. Als Mitbegründer von Tierra y Libertad (Land und Freiheit), der ersten landesweiten ökologischen Bewegung Perus, versucht er nun den Umweltschutz als politisches Ziel zu etablieren.

In seiner Dankesrede forderte Marco Arana den Internationalen Menschengerichtshof in Den Haag auf, auch Menschenrechtsverletzungen von transnationalen Unternehmen strafrechtlich zu verfolgen.