Kolumbien: Sozialer Widerstand gegen Goldbergbau wächst

Offener Goldtagebau

21.02.2011

Kolumbien ist interessant für ausländische Investoren. Das Land ist reich an mineralischen Rohstoffen sowie an Öl- und Gasvorkommen. In den letzten Jahren hat sich Kolumbien zum zweitgrößten Goldproduzenten Lateinamerikas entwickelt. Die Methoden der bisher unkontrollierten Goldproduktion stoßen jedoch auf wachsenden Widerstand der Bevölkerung.

Wie die in Kolumbien lebende Journalistin Helda Martinez-Bogotá berichtet, proklamierte der nationale Händlerverband Kolumbiens (FENALCO): "Entwicklung, Auslandsinvestitionen oder die Aussicht auf Arbeitsplätze und bessere Lebensbedingungen dürfen nicht als Argumente für die Zerstörung unseres Wasserreichtums herhalten."

Die Proteste richten sich gegen das geplante Angostura Minenprojekt der kanadischen Firma "GreyStar" im Hochmoor von Santurbán im nordkolumbianischen Departement Santander. Dort soll im offenen Tagebau Gold gefördert werden. Im Focus der Kritik stehen aber auch die Goldmine des südafrikanischen Unternehmens "AngloGold" im Bezirk Cajamarca, die Mine des us-amerikanischen Firma "Muriel Mining" in den Hochmooren des Departements Boyacá als auch geplante Bergbauprojekte in der ökologisch fast noch intakten Regenwaldregion Chocó.

Bemerkenswert ist, dass sich dieser zivile Widerstand über soziale Schichten hinweg organisiert. Während in der Vergangenheit die unmittelbar betroffenen Bevölkerung, oftmals Indigene und/oder Kleinbauern, meistens isoliert gegen solche Projekte kämpfte, hat sich nun ein breites soziales Bündnis gebildet. Bestehend aus Teilen der kolumbianischen Mittel- und Oberschicht, linksgerichtete Initiativen, Umweltschützern, Indigene und Afrokolumbianern hat die heterogene Bewegung ein zentrales Anliegen: "Wir unterstützen keine Aktivitäten, die irreversible Schäden verursachen.", sagt der FENALCO-Direktor Erwing Rodríguez in Bucaramanga, der Hauptstadt von Santander.

Das Ziel der Bewegung gegen den zerstörerischen Goldbergbau ist es per Referendum ein neues Bergbaugesetz auf den Weg zu bringen, welches sozialen und ökologischen Standards unterliegt. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, aber der Widerstand trägt schon Früchte. Das Ministerium für Bergbau und Energie kündigte für Ende Februar eine Reform zur besseren Kontrolle der Bergbauarbeiten an.