Lachsfieber - ein ökologischer und sozialer Alptraum mit Zuchtlachs

10.03.2010

Die Zucht von Fischen und anderen Meerestieren in riesigen Käfigen im Meer oder endlosen Reihen von Bottichen an Land wird von der Industrie als Lösung gegen die Plünderung der Meere gepriesen. Doch die Realität sieht ganz anders aus: Die Farmen verseuchen die Meere mit Antibiotika, Krankheiten, Kot und Abfällen und bedrohen die Wildbestände. Um ein Kilogramm Zuchtlachs zu produzieren müssen fünf Kilogramm Fischmehl verfüttert werden. Dafür werden die Ozeane noch schneller leergefischt.

Die Fischzucht ist eine Industrie, in der skrupellose Investoren Milliardengewinne machen, während die Lebensgrundlagen der traditionellen Küstenfischer vernichtet werden. Die 30-minütige ARD-Fernsehreportage Lachsfieber vom 10. März 2010 deckt die Praktiken der Lachsindustrie auf. Die Reportage können Sie sich auf You Tube anschauen. Auf der Webseite des Filmemachers Wilfried Huismann und von Anaconda Film können Sie weitere Informationen zur Reportage finden:

Eine abenteuerliche Reise in die Massentierhaltung im Meer - und eine Begegnung mit dem „großen Wolf“. So wird der norwegische Großinvestor John Fredriksen genannt, der mit seiner Firma MARINE HARVEST jedes Jahr 100 Millionen Mastlachse auf den Weltmarkt wirft. Er ist der größte Player in einem Geschäft, das die Kunden mit Billiglachs glücklich macht.

Was im rosa gefärbten Fleisch drin ist, weiß der Verbraucher nicht. Die Fjorde im Süden Chiles bleiben bei dieser globalisierten Produktionsweise auf der Strecke - die Arbeiter in den Farmen auch. In Chile kamen schon 100 Taucher in den Käfigen ums Leben. In Norwegen dagegen nur einer.

Die Doppelmoral eines Weltkonzerns, der mit der Umweltstiftung WWF ein Bündnis geschlossen hat. 100.000 Euro zahlt Marine Harvest jährlich an die Organisation mit dem Panda-Logo. Mit Kritik an den Praktiken von Marine Harvest hält sich der WWF zurück, und der Lachskonzern verpasst sich mit dem Panda-Logo ein grünes Image. Warum lässt sich der WWF darauf ein?

Eine Spurensuche, die am Ende ins norwegische Naustdal führt. Dort treffen die Autoren auf „Big John“ Fredriksen. Er angelt Lachse - Wildlachse. Doch die beissen nicht an. Wenn die Wildlachse an den Zuchtkäfigen vorbei schwimmen, werden sie von Plagen attackiert und dezimiert.