Protestbrief des Deutschen Naturschutzringes an den WWF

04.04.2011

Der Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland, der Deutsche Naturschutzring (DNR), fordert in einem Schreiben die Umweltstiftung WWF auf, den "Runden Tisch für verantwortungsbewusstes Soja" (RTRS) zu verlassen. Es ist nicht haltbar im Zusammenhang mit Soja von "nachhaltig" zu sprechen und mit dem Label "ein längst gescheitertes System von Landwirtschaft aufrecht zu erhalten", so der DNR.

Der Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland, der Deutsche Naturschutzring (DNR), fordert in einem Schreiben die Umweltstiftung WWF auf, den "Runden Tisch für verantwortungsbewusstes Soja" (RTRS) zu verlassen. Es ist nicht haltbar im Zusammenhang mit Soja von "nachhaltig" zu sprechen und mit dem Label "ein längst gescheitertes System von Landwirtschaft aufrecht zu erhalten. Indem RTRS Gentech-Soja mit einem Nachhaltigkeitszertifikat versieht, sichert er die Gewinne von Monsanto und Co ab", so der DNR.

Mit scharfen Worten kritisiert der DNR außerdem, dass "der WWF den Konzernen hilft und leider auch vielen Umweltorganisationen in den Rücken fällt, die seit Jahren die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Gensoja anprangern". "Eine ähnliche Problematik" sieht der DNR auch bei der "Better Cotton Initiative" für Baumwolle, ein weiterer vom WWF in Kooperation mit der Industrie initiierter Etikettenschwindel.

Der DNR verweist auf die neue Studie Gensoja. Nachhaltig? Verantwortungsbewusst? von neun anerkannten Wissenschaftlern, die Gensoja ein vernichtendes Urteil ausstellt. Sojamonokulturen dehnen sich in Südamerika bereits auf 45 Millionen Hektar aus und vernichten nicht nur Tropenwälder und Savannengebiete, sondern auch die Lebensgrundlage und Gesundheit der dort lebenden Menschen.

Rettet den Regenwald fordert, die Sojaimporte aus Südamerika unverzüglich zu stoppen. Das Sojalabel RTRS ist Greenwashing und Betrug am Verbraucher. Der WWF darf sich an so etwas nicht beteiligen.