Spenden rechtzeitig eingetroffen

04.04.2011

Im Dezember schickten Rettet den Regenwald Spendengelder in Höhe von 12.500 Euro zu unseren Projektpartnern in der ecuadorianischen Region Intag. Die finanzielle Hilfe war dafür gedacht, die von der lokalen Bevölkerung getragenen nachhaltigen Entwicklungsstrategien zu unterstützen. Zu den im Ausbau begriffenen Projekten gehören der nachhaltige Anbau von Kaffee und der Ausbau des Ökotourismus in der Region. Nun erreichte uns eine Eilmeldung von unserem Kontaktmann im Intag, Carlos Zorrilla. Er hat keine guten Nachrichten. Nach einigen Jahren der Ruhe ist das Intag erneut durch ein großes Bergbauprojekt bedroht.

Die Bevölkerung des Intag hat Erfahrungen im Kampf gegen transnationale Bergbauunternehmen.  Vor zehn Jahren wehrten sie das japanische Unternehmen Bishimetals ab und danach verhinderten sie die Bergbaupläne des kanadischen Konzerns Ascendent Explorations. Beide Unternehmen versprachen den Menschen des Intag viel und hielten nichts. Was folgte waren Vertreibungen, Repressionen und Umweltverschmutzungen. Doch die Bevölkerung organisierte sich und baute mit Hilfe der regionalen Umweltorganisation DECOIN (Defensa y Conservación Ecológica de Intag) internationale Netzwerke auf, um ihren Lebensraum zu schützen.

Rettet den Regenwald unterstützt die Alternativprojekte im Intag seit mehr als zehn Jahren. Mit Spendengeldern von RdR gelang es der Bevölkerung mehr als 3000 Hektar Bergnebelwälder aufzukaufen und zum geschützten Gemeindegebiet zu erklären. Ein kommunales Tourismusprojekt wurde aufgebaut, welches 40 Familien des Intag ein Einkommen sichert. Zudem wurde die  Kaffeekooperative für organischen Kaffeeanbau „Rio Intag“ gegründet, in der heute über 300 Familien arbeiten. In zahlreichen Handwerksgruppen haben sich 80 Frauen zusammengeschlossen, die traditionelle Handwerksprodukte aus lokalen Naturprodukten herstellen und verkaufen.

Diese nachhaltige Entwicklung des Intag ist nun wieder bedroht. Eine Privatperson hat in Kooperation mit dem chilenischen Bergbauunternehmen CODELCO Konzessionen von 800 Hektar im Intag erworben. In der Nähe der Gemeinde El Paraiso soll Kupfer großflächig abgebaut werden. Der Ausbau eines riesigen Tagebaus und das Auswaschen des Kupfers mit giftigen Chemikalien bedrohen Menschen und Umwelt des Intag. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es das Ende der bisherigen Projekte der Bevölkerung zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Region.

Das Bergbauprojekt ist nicht nur sozial und ökologisch verantwortungslos, sondern auch illegal. Die Konzessionen an das Bergbauunternehmen wurden ohne vorherige Konsultation der Bevölkerung vergeben. Die Einbindung der betroffenen Bevölkerung in solche Entscheidungen ist nach ecuadorianischen Recht vorgeschrieben. Außerdem verweigerte die lokale Regierung in Cotacachi eine Genehmigung des Bergbaus im Intag. Diese wird bisher von CODELCO ignoriert.

Rettet den Regenwald fordert die Regierung Ecuadors auf, die Bergbaugenehmigung für CODELCO im Intag sofort zurückzuziehen und den Wunsch der Bevölkerung nach einer selbstbestimmten Entwicklung zu respektieren. Der Intag mit seinen einzigartigen Bergnebelwäldern muss erhalten bleiben, da er der lokalen Bevölkerung Einkommensmöglichkeiten bietet, die mit dem ökologischen Schutz ihres Lebensraumes im Einklang stehen. Carlos Zorrilla bestätigte uns, dass die Spendengelder von RdR für diesen Zweck genutzt werden.

Wir fordern einen endgültigen Stopp des Bergbaus im Intag!