Bundespräsident Köhler macht Tropenholz, Diamanten und Öl für Kriege mitverantwortlich

15.12.2004

Auszug aus der Rede des Bundespräsidenten:
Bewaffnete Konflikte haben meist mehr als nur eine Ursache. Leider spielt häufig die Frage des Zugangs zu Rohstoffen eine große Rolle, die auf den Märkten der Welt hohe Preise erzielen. In der Vergangenheit hat sich dieser Reichtum in vielen Fällen nicht als Segen, sondern als Fluch erwiesen - die Konfliktdiamanten, die den Bürgerkrieg in Angola oder die Auseinandersetzungen in Westafrika maßgeblich finanziert haben; Erdöl als Konfliktstoff an weiten Teilen des Golfs von Guinea; der Abbau von Coltan oder die rücksichtslose Nutzung wertvoller Tropenhölzer im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind dafür traurige Beispiele. Wo sind die Einkünfte aus diesen wertvollen Rohstoffen geblieben? Haben die Verantwortlichen in den betroffenen Staaten immer vorrangig das Gemeinwohl im Auge anstelle ihrer eigenen Interessen?

Aber es gilt auch hier: Ohne willige Abnehmer gibt es für diese Rohstoffe keinen Markt. Wichtig ist daher auch ein Verhaltenskodex für nationale und multinationale Unternehmen für den Handel mit Konflikt-Rohstoffen. Das Bemühen um die Zertifizierung von Diamanten im Rahmen des Kimberley-Prozesses hat schon erste Erfolge gezeigt. Und ich setze große Hoffnungen in die vielfältigen Ansätze der "publish what you pay"-Initiative. Hier arbeiten Nichtregierungsorganisationen und staatliche Akteure einschließlich der G8 eng zusammen, um den illegalen Handel mit Rohstoffen, aber auch die Korruption zurückzudrängen.

Die ganze Rede des Bundespräsidenten: http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews-,11057.621012/Rede-von-Bundespraesident-Hors.htm?global.back=/-%2c11057%2c