21.000 Unterschriften gegen die Änderung des brasilianischen Waldgesetzes

Demonstranten halten Transparente gegen Waldgesetz vor brasilianischer Botschaft Vor der brasilianischen Botschaft in Berlin

07.12.2011

Rettet den Regenwald hat insgesamt 21.319 Unterschriften gegen das geplante Abholzergesetz in Brasilien persönlich in der brasilianischen Botschaft in Berlin übergeben. Das Gespräch drehte sich um die Hoffnung auf die Präsidentin Rousseff, die sich mit ihrem Veto der Agarlobby entgegenstellen könnte

Am Montag, dem 5. Dezember 2011, haben drei VertreterInnen von Rettet den Regenwald insgesamt 21.319 Unterschriften gegen das geplante Abholzergesetz in Brasilien persönlich in der brasilianischen Botschaft in Berlin übergeben.

In einem Gespräch mit der Umweltbeauftragten und Botschaftssekretärin Clara Cerqueira konnten wir noch einmal die gravierenden Auswirkungen der Gesetzesänderung auf den Regenwald und die Forderungen klar machen. Frau Cerqueira beteuerte, dass auch in Brasilien die Menschen sich heftig über das neue Waldgesetz auseinander setzen. Aus ihrer Sicht sei diese Diskussion „eine Neuheit im kollektiven Gefühl“ des südamerikanischen Landes.

Der unglaubliche Einfluss der Bau-, Holz- und Agrarlobby auf die verschiedenen Regierungsebenen des Landes sei jedoch sehr schwer zu unterbinden, erklärte sie uns. Deutlich wird dies bspw. am Ergebnis der Senatsabstimmung: Dieser hat einen Tag später mit 59 Stimmen - bei nur 7 Gegenstimmen - der geplanten Änderung des Waldgesetzes zugestimmt.

Noch gibt es aber Hoffnung. Neben dem Abgeordnetenhaus muss auch noch die brasilianische Präsidentin Rousseff die Gesetzesvorlage absegnen. Laut den Aussagen von Frau Cerqueira ist die Präsidentin sehr beliebt im Land und hätte daher auch die Macht, von ihrem Vetorecht Gebrauch zu machen. Schließlich sind 85% der brasilianischen Bevölkerung gegen das neue Waldgesetz. Die Präsidentin hatte im Wahlkampf versprochen keine Regenwaldrodung und Amnestien für Abholzer zuzulassen.

Die Aussicht, als Gastgeber der UN-Klimakonferenz „Rio+20“ im Juni 2012, die Klimavereinbarungen mit dem neuen Waldgesetz zu gefährden, gäben der brasilianischen Präsidentin ebenfalls zu denken, so Frau Cerqueira. Die von Rettet den Regenwald gesammelten Unterschriften tragen dazu bei, den internationalen Druck weiter zu erhöhen. Die Botschaftssekretärin versprach, sie zusammen mit einem Bericht an die Regierung in Brasilien weiterzuleiten.