USA: Illegale Hölzer bald wieder legal?

01.11.2011

In den USA könnte der Handel mit illegalen Hölzern und Holzprodukten bald wieder legal sein. Drei Kongressabgeordnete haben eine Gesetzesinitiative vorgelegt, nach der Zellstoff, Papier und Pappe straflos importiert werden können, auch wenn dafür Regenwälder illegal gerodet werden

In den USA könnte der Handel mit illegalen Hölzern und Holzprodukten bald wieder legal sein. Drei Kongressabgeordnete haben eine Gesetzesinitiative vorgelegt, nach der Zellstoff, Papier und Pappe straflos importiert werden können, auch wenn dafür Regenwälder illegal gerodet werden. Dabei hat diese Produktgruppe den Hauptanteil an den US-Holzimporten. Eine vor drei Jahren eingeführte Erweiterung des sogenannten Lacey Act stellt den Handel und Import von illegalem Holz und Holzprodukten unter Strafe.

Hinter der Vorlage stehen anscheinend der berüchtigte indonesische Zellstoffkonzern Asia Pulp and Paper (APP) und der amerikanische Edelgitarrenhersteller Gibson. APP rodet Regenwälder, wie sich im Labor anhand von Papierproben nachweisen lässt. Die Firma Gibson wurde nun schon zum zweiten Mal von amerikanischen Bundesbeamten durchsucht. Gibson soll über den Hamburger Tropenholzhändler Theodor Nagel illegal geschlagenes Palisanderholz aus Madagaskar importiert haben.

APP und Gibson betreiben seit Monaten eine aggressive Lobbykampagne zur Lockerung des Bundesgesetzes. Dazu haben sie die ultrakonservative Tea Party Bewegung in den USA eingespannt, die seit Jahren einen Propagandafeldzug gegen die Bundesregierung und Präsident Obama führt. Gibson behauptet, dass Gesetz brächte Arbeitsplätze in den USA in Gefahr. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Der Import illegaler Hölzer verursacht allein in der US-Holzindustrie einen Schaden von etwa einer Milliarde Dollar pro Jahr.