Biospritfirma Choren: Trotz Steuermillionen pleite

10.07.2011

Mit großem Werberummel besuchte Bundeskanzlerin Merkel 2008 die Firma Choren und gab feierlich den Startschuss zur Produktion von Sundiesel, „dem Sprit der Zukunft“. Drei Jahre später kam nun das Ende.

Mit großem Werberummel besuchte Bundeskanzlerin Merkel 2008 die Firma Choren und gab feierlich den Startschuss zur Produktion von Sundiesel, „dem Sprit der Zukunft“. Die Fabrik, nach Merkels Worten ein „Schmuckstück“, dass „den Automobilstandort Deutschland sichert“, wurde dazu mit 30 Millionen Euro Steuergeldern üppig gefördert. Zu den Anteilseignern zählten VW, Daimler und der Ölkonzern Shell.

Doch erzeugt wurden auf dem Firmengelände in Freiberg nur Fehlschläge und Verluste. Shell stieg schon bald wieder aus. Drei Jahre später kam nun das Ende. Still und heimlich ging Choren pleite. Damit platzen die Träume von Politik und Wirtschaft vom „Biosprit der zweiten Generation“. Der sollte bei Choren aus Holz gewonnen werden und den Konflikt zwischen Teller und Tank lösen.

Sämtlicher heutiger Agrardiesel und Ethanol werden aus Getreide und Pflanzenölen hergestellt. Dadurch steigen weltweit massiv die Nahrungsmittelpreise. Millionen Menschen hungern, damit wir in Europa angeblich klimafreundlich Auto fahren können.

Bei dem gescheiterten Projekt scheint auch Betrug im Spiel gewesen zu sein. Nach Presseinformationen soll mit den geschönten Zahlen eine wirtschaftliche Herstellung von Kraftstoffen aus Biomasse vorgetäuscht worden sein. Dabei wurden in der großtechnischen Versuchsanlage nur winzige Mengen Kraftstoff für Marketingzwecke erzeugt, kein einziger Liter wurde jemals verkauft.

Holz ist ein sehr wertvoller und knapper Rohstoff. Bereits jetzt importiert Deutschland jedes Jahr Millionen Tonnen an Holz und Holzprodukten aus aller Welt.