Erfolg im Amazonas

14.02.2006

Rio de Janeiro (AP) - In Brasilien sind weitere 6,4 Millionen Hektar Regenwald unter Schutz gestellt worden. Präsident Luiz Inacio da Silva verfügte die Schaffung zweier neuer Nationalparks, außerdem wird ein bereits bestehender Nationalpark vergrößert. Ferner werden vier staatliche Forstgebiete geschaffen, in denen nur umweltverträgliche Abholzung betrieben werden darf, sowie eine Schutzzone, deren Erschließung strikter Kontrolle unterliegt. Insgesamt sind 1,5 Millionen Hektar von Erschließung und Bebauung komplett ausgenommen. Das neue Schutzgebiet - mit einer Fläche fast so groß wie Belgien - liegt entlang einer Schnellstraße, die nach dem Willen der Regierung asphaltiert werden soll. Umweltschützer fürchten, dass dies eine weitere Zerstörung des Regenwaldes nach sich zieht. Sojabauern hoffen dagegen, dass sie ihre Produkte bei einem Ausbau der BR-163 schneller ins Ausland liefern können.

Für die Gegend, in der die neuen Schutzzonen eingerichtet werden, hatte Silva bereits im vergangenen Jahr ein vorübergehendes Abholzungsverbot verfügt, nachdem dort eine amerikanische Nonne und Umweltschützerin ermordet worden war. Dorothy Stang war während eines Streits mit einem örtlichen Bauer am 12. Februar 2005 getötet worden. Ihr Tod rief international Kritik hervor und innerhalb weniger Tage verfügte die Regierung neben dem Abholzungsmoratorium unter anderem die Schaffung zweier großer Nationalparks. Mit der jüngsten Verfügung vom Montag stehen nach Angaben des brasilianischen Umweltministeriums insgesamt 45,8 Millionen Hektar Land im Amazonasgebiet unter staatlichem Schutz. Mit einer Fläche von 4,1 Millionen Quadratkilometern ist der brasilianische Regenwald in etwa so groß wie Westeuropa. Experten zufolge sind bereits ein Fünftel davon zerstört. Allein im vergangenen Jahr wurden 26.130 Quadratkilometer vernichtet.