Zeichen an Umweltschützer – Serengeti gilt als transnationales Schutzgebiet

Serengeti: Gnus im Wasser Hoffnung für die Serengeti

21.03.2012

Der Ostafrikanische Gerichtshof hat eine Klage Tansanias abgewiesen. Das Land wollte eine Umweltbeschwerde gegen den Bau eines “Super-Highways” quer durch den Serengeti Nationalpark verhindern. Doch der Park ist Teil eines grenzüberschreitenden Ökosystems zwischen Kenia und Tansania, der Fall wird also transnational entschieden 

 

Am Dienstag, den 15. März 2012 wies der Ostafrikanische Gerichtshof (EAJC) eine Klage Tansanias ab. Das Land wollte eine Umweltbeschwerde gegen den Bau eines “Super-Highways” quer durch den  Serengeti Nationalpark verhindern.

Tansanias bestand darauf, dass die Beschwerde vor einem nationalen Gericht verhandelt wird. Der Nationalpark befindet sich im Staatsgebiet Tansanias und wird lokal verwaltet, argumentierte der tansanische Generalstaatsanwalt Frederick Werema.

Dieser Einwand wurde jedoch vom EAJC zurückgewiesen. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Park Teil eines grenzüberschreitenden Ökosystems zwischen Kenia und Tansania ist. Deshalb liegt die Gerichtsbarkeit auch beim transnationalen EAJC.

Tansania versuchte, die Umweltbeschwerde der kenianischen Umweltorganisation African Network for Animal Welfare (Anaw) gegen den Straßenbau zu blockieren. Das Urteil des EAJC fiel in der ersten Instanz. Der zuständige Richter James Ogola stellte fest: “Der Ostafrikanische Gerichtshof ist zuständig für Umweltstreitigkeiten, welche die Ökosysteme direkt betreffen und die nachhaltige Nutzung  der natürlichen Ressourcen, einschließlich der Landökosysteme, beeinflußen.”

Experten sind sich einig, dass der von Tansania geplante Bau einer Autobahn durch den Serengeti das Ökosystem des Nationalparks zerstören und dessen einmalige Tierwelt irreversibel schädigen würde.

Vor der Presse äußerte sich Dr. John Ruhangisa vom EAJC optimistisch. Der eigentliche Prozess zum Schutz des Natioanlparks könne nun beginnen, da geklärt sei, dass das umstrittene Straßenprojekt durch die Serengeti nicht nur ein Land, sondern die ganze Region betrifft.

"Das ist eine regionale Angelegenheit und ein Zeichen an Umweltaktivisten sich kritisch zu äußern und Umweltvergehen in der Region anzuzeigen", so Ruhangisa.

Rettet den Regenwald unterstützte Ende 2010 ostafrikanische Umweltschutz-organisationen in ihrem Kampf gegen die geplante Autobahn durch die Serengeti. Mit einer Petition sammelten wir 20.700 Unterschriften gegen das Bauvorhaben.