Unterschriftenübergabe gegen die „Straße des Todes“

Übergabe von Protest Unterschriften in der Peruanischen Botschaft Übergabe der Überschriften

18.04.2012

Die Regierung Perus will direkt durch Alto Purús, den größten Nationalpark des Landes, eine Straße bauen. Die lokale Bevölkerung nennt sie nur „Carretera de la muerte“ – die Straße des Todes. Rettet den Regenwald überreichte nun knapp 36.700 Protest-Unterschriften an den Umweltbeauftragten Alex Contreras Jugo.

Die peruanische Botschaft im Berliner Stadtzentrum befindet sich im 5. Stock eines modernen Gebäudes. Von außen wirkt es eher wie ein Geschäftshaus und nicht wie eine Landesvertretung. Um große Geschäfte geht es auch bei der geplanten Straße, welche die Regierung Perus direkt durch Alto Purús, den größten Nationalpark des Landes, bauen will. Die lokale Bevölkerung nennt sie nur „Carretera de la muerte“ – die Straße des Todes. Rettet den Regenwald überreichte gestern an den Umweltbeauftragten der Botschaft, Alex Contreras Jugo, knapp 36.700 Unterschriften gegen den Straßenbau.

In einem halbstündigen Gespräch konfrontierten wir ihn mit den katastrophalen Auswirkungen des Bauvorhabens auf den größtenteils unberührten Regenwald. Der Nationalpark ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Allein 86 Säugetierarten haben ihre Lebensraum in Alto Purús. 21 davon stehen auf der Liste der bedrohten Arten.

Alto Purús grenzt an andere Umweltschutzgebiete in Peru, Bolivien und Brasilien und ist somit Teil eines der größten Schutzzonen im gesamten Amazonasgebiet. Außerdem leben mindestens zwei unkontaktierte indigene Gruppen (Mashco Piros und Curanjeños) in dem Nationalpark. Der Straßenbau und die folgende Invasion durch Holzfäller, Goldschürfer und Farmer würde der Regenwald von Alto Purús und diese Stämme nicht überleben.

Selbst eine Studie des peruanischen Gesundheitsministerium kam zu dem Ergebnis, dass der Straßenbau das Ende des geschützten Ökosystems von Alto Purús sowie der Mashco Piros y Curanjeños bedeuten würde und daher zahlreiche Umweltschutzgesetze des Landes verletzt. Die Mehrheit der lokalen Bevölkerung hat selbst indigene Wurzeln und lehnt das Bauvorhaben ab. Mit der Straße beabsichtigt die Regierung vor allem den schnelleren Transport von Rohstoffen vom Landesinneren an die Küste.

Alex Contreras Jugo zeigte sich beeindruckt über das rege Interesse an der Natur seines Landes und erhofft sich eine Lösung "die Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet". Die Petition koordinierte Rettet den Regenwald zusammen mit der Organisation der indigenen Völker von Purús (Feconapu) und der Parkverwaltung von Alto Purús.

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