50.000 Unterschriften gegen die Gewalt in Honduras überreicht

28.09.2012

Während in Honduras weitere Menschen ermordet werden und die Gewalt eskaliert, spielt die Botschaft des Landes in Berlin auf Zeit. Rettet den Regenwald hat sich nicht abwimmeln lassen und die Botschaft des mittelamerikanischen Landes am 28. September 2012 besucht

Wir haben vergeblich versucht, einen offiziellen Termin zur Unterschriftenübergabe in der honduranischen Botschaft in Berlin zu bekommen. Deshalb forderten wir nun direkt vor Ort ein Gespräch mit der Kanzleichefin Vania García Morales. Nach anfänglichem Zögern stellte sie sich der Diskussion. Wir überreichten die 50.000 Unterschriften der Petition „Stoppt den Palmöl-Terror in Honduras". Wir fordern darin ein Ende der Gewalt gegen die Bauern in Bajo Aguan und die schwarze Garifuna-Bevölkerung in Vallecito, Provinz Colon. Im Gespräch betonten wir noch einmal, dass die honduranische Regierung unter allen Umständen die Gewalt gegen die Bevölkerung verhindern muss.

In Bajo Aguan wehren sich die Bewohner gegen illegal expandierende Palmöl-Plantagen, für die sie gewaltsam von ihrem Land vertrieben werden. Jeder, der sich an Auseinandersetzungen mit Großgrundbesitzern beteiligt, ist in Gefahr. Erst vor einer Woche wurde Antonio Trejo, der Anwalt der Bauernorganisation MARCA, auf offener Straße erschossen. Kurz zuvor wurde der Staatsanwalt für Menschenrechte ermordet.

Die Kanzleichefin versicherte, dass die Protest-Unterschriften an die Regierung von Honduras übermittelt werden und teilte uns mit, dass aufgrund der internationalen Proteste die Ermittlungen im Falle des Mordes an Trejo intensiviert würden. Wir nehmen García Morales beim Wort und werden die Angaben überprüfen – und so lange Druck auf die Regierung von Honduras ausüben, bis die Gewalt beendet ist und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Internationale Aufmerksamkeit und Druck auf Honduras ist weiterhin notwendig. Denn in diesem Landkonflikt sind noch mehr Menschen vom Mord bedroht und so in höchster Gefahr. Ganz konkret eine Journalistin der Movimiento Unificado Campesino del Aguan MUCA (auf Spanisch).

Deshalb fordern wir erneut: Die honduranische Regierung muss alle Morde aufklären, die Schuldigen bestrafen und den Terror gegen die Bevölkerung sofort unterbinden. Um die Landkonflikte zu beenden, muss die Agrarreform endlich erfolgen.