Sarawak: Penan stoppen Bauarbeiten an Staudamm

Penan Proteste gegen Murum-Staudamm

09.10.2012

Im malaysischen Bundesstaat Sarawak stoppte eine Blockade der Penan vorläufig die Bauarbeiten am Murum-Staudamm. Neun indigene Gemeinden fordern mit dem Protest eine Entschädigung gegen ihre unrechtmäßige Vertreibung ein.

Im malaysischen Bundesstaat Sarawak stoppten Proteste der Penan die Bauarbeiten am Murum-Staudamm. Seit dem 26. September 2012 blockieren hunderte Angehörige der indigenen Gruppe der Penan die Zufahrtstraßen zu den Baustellen des Megaprojektes. Sie fordern eine Entschädigung für ihre Vertreibung.

Männer, Frauen und Kinder aus neun Penan-Gemeinden harren seit zwei Wochen in provisorischen Hütten aus und wollen die Straßen so lange besetzen bis ihre Forderungen erfüllt werden. Der staatliche Energiekonzern Sarawak Energy Berhad (SEB) zerstörte während der Bauarbeiten bereits heilige Stätten der Penan. Wenn der Murum-Damm 2013 fertig gestellt ist, wird der dazugehörige Stausee 24.500 Hektar Gemeindeland überfluten. Mindestens 300 Familien in neun Gemeinden verlieren ihr Land und müssen umsiedeln. Bisher erhielten sie weder von der Betreiberfirma noch vom Bundesstaat Sarawak eine Entschädigung.

Der malaysische Bundesstaat auf der Insel Borneo wird seit 30 Jahren autoritär von Taib Mahmud regiert. Der Regierungschef steht wegen Korruption, Umwelt-zerstörung und Menschenrechtsverletzungen immer wieder unter Kritik. Vor allem die Rechte der Penan werden in Sarawak systematisch missachtet und verletzt.

Mit der Blockade am Murum-Damm wollen die Penan ihren Forderungen nach neuem Land, verbindlichen Landrechten sowie einem Bildungs- und Entwicklungsfonds Nachdruck verleihen. "Wir werden die Blockade nicht beenden und so lange hier bleiben, bis die Regierung unsere Forderungen erfüllt.", erklärt der Sprecher der Penan-Gemeinden, Labang Paneh.