Elefantentod in Malaysia: Regierung vertuscht die Ursache

Ein Elefantenkalb versucht vergeblich mit seinem Rüssel seine am Boden liegende vergiftete Mutter zu wecken Foto: picture alliance / dpa (© picture alliance / dpa)

21.10.2013

Die malaysische Regierung ist offensichtlich an der Aufklärung der Todesursache von 14 Borneo-Zwergelefanten nicht interessiert. Anfang des Jahres war die  Elefantenherde tot im Regenwald von Sabah aufgefunden worden. Laboruntersuchungen weisen darauf hin, dass die Tiere vergiftet wurden. Doch wer dahinter steckt, ist immer noch unklar.

Untersuchungen von drei Laboren haben schon vor Monaten bestätigt, dass die Tiere offenbar vergiftet wurden. Doch wer die Tiere vergiftet hat, wollen die Behörden nicht preisgeben, schreibt Free Malaysia Today Who killed the pygmy elephants?. "Spekulationen sind weit verbreitet, dass die Geheimhaltung und die fehlenden Neuigkeiten mit den Verbindungen zu tun haben, die ein bekanntes Palmöl-Unternehmen mit den Machthabern in der Provinz hat. Die Firma betrachtet Elefanten als Schädlinge", schreibt das Blatt. Es berichtet weiter, womöglich seien zwei weitere Elefanten Giftattacken im Regenwald zum Opfer gefallen.

Dabei handelt es sich keineswegs um einen einmaligen Fall: In Malaysia werden jedes Jahr etwa ein Dutzend Borneo-Zwergelefanten vergiftet (siehe Poisoning of elephants nothing new). Der Tod einzelner Tiere findet aber meist wenig Beachtung und landet normalerweise nicht in den Schlagzeilen.

Die Tiere fressen die Früchte der Ölpalmen auf den Palmölplantagen, die in die Regenwälder geschlagen wurden. Ihres Lebensraums und ihrer natürlichen Futterquellen beraubt, bleibt den Elefanten kaum eine andere Möglichkeit. Ölpalmfrüchte gehören normalerweise nicht zu ihrem Speiseplan, sie stammen ursprünglich aus Afrika.

Die Plantagen-Betreiber lassen die Tiere deshalb erschiessen oder mit vergifteten Ködern töten, die auf den Pflanzungen und im Wald ausgelegt werden. Die Kadaver der Tiere werden dann meist auf den Plantagen oder an deren Rande im Regenwald gefunden. Auch die 14 toten Elefanten - eine komplette Herde - wiesen demnach innere Blutungen und Organschäden auf, die für eine Intoxikation typisch sind. Das hatten Tierärzte bei der Entnahme von Gewebeproben bereits im Regenwald festgestellt. 

Die Polizei hat inzwischen die Arbeiter der zahlreichen in dem Regenwaldgebiet tätigen Holzfirmen befragt, berichtet die lokale Presse (auf Englisch). Über die Ergebnisse wurde nichts bekannt.

Weitere Informationen:

The Guardian 19.4.2013: Borneo pygmy elephant death tests lay blame on unidentified toxin

CNN 1.2.2013: Deaths of pygmy elephants sparks concern in Malaysia