Per Mausklick Regenwald retten

14.01.2007

Erfolgreiche Protestmail-Kampagnen 2006 im Überblick
Wir werden oft gefragt: Habt ihr mit euren Protestaktionen überhaupt Erfolg? Haben wir, wie nicht nur das Beispiel aus Nürnberg belegt. „Palmöl für Bäder: Stadt stoppt Projekt“ titelten am 10. 11. 2006 die Nürnberger Nachrichten und schrieben: „Im Streit um den Einsatz von Palmöl als Brennstoff für die Beheizung von Bädern macht die Stadt einen Rückzieher.“ Als Grund nannte die Zeitung den von uns organisierten bundesweiten Protest. In den drei Tagen zuvor hatten rund 2200 Menschen über unsere Internetseite eine Protestnote an die Stadt geschickt.

Erfolge gegen Bergbau in Ecuador
Nach monatelangen Protesten von Bauern, Indigenen und Umweltschützern hat die ecuadorianische Regierung endlich Konsequenzen gezogen. Die Bergbauvorhaben der zwei kanadischen Bergbaufirmen, Ascendant Copper Corporation und Ecuacorrientes, wurden von den ecuadorianischen Behörden gestoppt. Herzstück des Widerstands bildete wiederum das 2.966 Hekatar große Sperrgrundstück im Bergregenwald beim Dorf Junin, dass mit Spendengeldern von Rettet den Regenwald für das Dorf gekauft wurde. Beiden Firmen wurde Anfang Dezember die Betriebsgenehmigungen entzogen und die Einstellung sämtlicher Aktivitäten angeordnet. Das Energie- und Bergbauministerium Ecuadors reagierte damit auf die von den Bergbaufirmen provozierten gewaltsamen Auseinandersetzungen und den de facto Ausnahmezustand, der seit Monaten in den Bergbaugebieten herrscht. Ausführlicher Bericht

Einsatz von Palmöl eingestellt
Die Firma Essent ist der zweitgröte Stromproduzent der Niederlande. 2005 verbrannte Essent 200 000 Tonnen Palmöl in den Kraftwerken in Geertruidenberg und Maasbracht. Gegenüber der niederländischen Umweltorganisation Milieudefensie (in Deutschland BUND) gab die Firma offen zu, dass sie die Nachhaltigkeit der Palmölproduktion und die Herkunft des Stoffes nicht nachweisen kann. In Asien sind Palmölplantagen die Hauptursache für mehr Regenwaldzerstörung. Am 14. 12. 2006 meldeten niederländische Zeitungen: Essent stoppt den Einsatz von Palmöl. Auch von unserer Webseite aus hatten viele Menschen zuvor bei Essent protestiert.

RWE: Kein Palmöl-Kraftwerk in England
Die britische RWE-Tochter Npower verzichtet darauf, als erster Energiekonzern auf der Insel Strom aus Palmöl zu produzieren. Begründung: eine nachhaltige Palmöl-Produktion könne nicht garantiert werden. Zuvor waren bei Npower reichlich Protestbriefe eingegangen. Allein von unserer Webseite hatten sich seit dem 10.10. bis Mitte November 2006 über 6200 Menschen an der Aktion beteiligt. Während Npower die Einschätzung von uns bestätigt, dass Energie aus Palmöl niemals nachhaltig sein kann, halten die Stadtwerke Schwäbisch Hall an ihren Plänen fest, Ende des Jahres ein Palmöl-Kraftwerk in Betrieb zu nehmen.

Goldmine gestoppt
Im Oktober 2006 feierte die internationale Regenwaldkampagne einen Riesenerfolg: Der kanadische Multi Cambior darf nicht mitten im intakten Regenwald von Französisch-Guayana Gold abbauen. Weltweit hatten sich Zehntausende Menschen mit Protestmails an die französische Regierung gewendet, darunter Tausende Unterstützer/innen von Rettet den Regenwald.

Minister einsichtig
Im September 2006 zeigte sich der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf beeindruckt von Tausenden Protestmails gegen ein „Bio“-Kraftwerk am Dillinger Saarhafen, die er über die homepage von Rettet den Regenwald erhalten hatte. Das Werk soll Palm- und Sojaöl in Energie umwandeln. Er habe die Tragweite des Projektes am Anfang nicht erkannt, gab der Minister zu – und stellte sofort einen Antrag für den Bundesrat mit dem Titel: „Globale Nachhaltigkeitsstrategie für den Schutz tropischer Regenwälder!" Es sei aus seiner Sicht nicht einzusehen, so der Minister, dass die deutsche Gesetzgebung es - wenn auch nur indirekt - unterstützt, „wenn zur Erzeugung von Biokraftstoff der tropische Regenwald zerstört wird, damit auf diesen Flächen insbesondere durch die Anlegung von Palmölplantagen nachwachsende Rohstoffe gewonnen werden. Diese Wirtschaftsweise schadet den weltweiten Bemühungen um den Klimaschutz und den Erhalt der tropischen Regenwälder." Der Bundesrat hat die saarländische Initiative inzwischen einstimmig unterstüzt. Lüge gelöscht Im Sommer 2006 hat die deutsche Tarkett AG aus Frankenthal auf zahlreiche Proteste von Rettet den Regenwald-Aktivisten reagiert: der weltweit zweitgrößte Hersteller von Holzfußböden nahm seine Angaben über die Herkunft des verkauften Holzes von der homepage. Davor hatte das Unternehmen dort behauptet: „Tarkett bezieht nur vom FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziertes Holz.“ Eine glatte Lüge. Nach Aufforderung von uns wurde in der Sache auch der FSC aktiv.

Sieg bei Olympia
Einen Erfolg gab es auch für die internationale Kampagne gegen die Verwendung des Tropenholzes Merbau aus Indonesien für Olympiabauten in China: Das Pekinger Organisationskomitee für die Spiele 2008 hat vergangenes Frühjahr den Einsatz von Tropenholz aus Primärwäldern untersagt. Gleichzeitig hat es ökologische Richtlinien veröffentlicht, die nachhaltige Baumaterialien vorschreiben. Ergebnis weltweiter Proteste. Tausende Menschen hatten über uns das deutsche Nationale Olympische Komitee und seine Sponsoren aufgefordert, von China zu verlangen, dass für die Olympischen Spiele 2008 keine Regenwälder zerstört werden.

Bank steigt aus
Nach heftiger Kritik der Umweltorganisationen urgewald, Global 2000, Rettet den Regenwald und Robin Wood hat die Deutsche Bank am 16. 1. 2006 offiziell erklärt, dass sie ihr Mandat als Finanzberater für die Übernahme des indonesischen Zellstoffwerks Kiani Kertas auf Borneo beendet hat. Mehr als 3000 Unterstützer/innen von Rettet den Regenwald hatten zuvor über unsere homepage bei der Deutschen Bank gegen das Umwelt zerstörende Projekt protestiert.