Kronzeugen der fatalen EU- Klimapolitik: Unsere Partner bei „arte”

Nordin von Save our Borneo vor einem abgeholzten Regenwald. Feri Irawan mit Lautsprecher auf einer Demo

07.05.2013

Am Dienstag, den 14. Mai sendet arte einen Themenabend über „Das Geschäft mit dem Klima".  Welche Rolle die EU und die UN dabei spielen, sehen Sie ab 20.15 Uhr in zwei Dokumentationen. Dort kommen auch unsere indone­sischen Partner Nordin (Foto links, Borneo) und Feri Irawan (rechts, Sumatra) zu Wort.

Seit vielen Jahren versprechen Politiker, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Stattdessen ist er dramatisch gestiegen. Auf Kosten der Menschen und ihrer Natur in den Ländern des Südens – und für den Profit der größten Umweltsünder. Bei arte geht es um EU-Subventionen und Profite aus dem Emissionshandel.

Die indonesische Provinz Zentralkalimantan auf der Insel Borneo: Nordin steht auf einem verwüsteten Acker, der am Tag zuvor noch dichter Regenwald war. Der Gründer der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Save our Borneo ist seit vielen Jahren Partner von Rettet den Regenwald. In der zweiteiligen arte-Klima-Dokumentation der renommierten Hamburger Filmautorin Inge Altemeier und ihres Kollegen Steffen Weber ist Nordin einer der Kronzeugen für die fatalen Folgen der EU-Klimapolitik in Indonesien.

„Hier finden wir sehr viele frisch abgeholzte Urwaldriesen und auch herumirrende Orang-Utans, die ihren Lebensraum gerade erst verloren haben", so Nordin vor der Kamera.

Doch nicht nur die Orang-Utans verlieren mit dem Wald ihre Nahrungsquelle – auch die Menschen können sich nicht mehr ausreichend ernähren. Sie werden vertrieben und müssen an anderer Stelle ihre Waldgärten anlegen – so werden immer neue Flächen erschlossen. In der Fachsprache nennt man diese Entwicklung Indirekte Landnutzungsänderung, kurz ILUC.

Palmöl ist in Europa ein begehrter Rohstoff und für die Industrie ein Milliardengeschäft. Den größten Teil verarbeiten die Nahrungsmittelhersteller. Doch seitdem die EU mit Biomasse im Tank das Klima retten will, boomt die Nachfrage nach dem billigen Palmöl für den sogenannten Biodiesel. Und damit der Bedarf, neue Palmölplantagen in die Regenwälder zu roden. 6,25 Prozent beträgt die Beimischungspflicht von Pflanzenkraftstoff im Tank zur Zeit; 10 Prozent sollen es bis 2020 sein. Allein 10 Milliarden Euro EU-Subventionen streicht sich die Biospritindustrie pro Jahr ein.

Doch längst haben Wissenschaftler belegt: Der Kraftstoff vom Acker ist nicht klimaneutral. Denn die Ökobilanzen enthalten weder die CO2-Emissionen für Anbau, Chemie-Einsatz, Produktion und Transport des Palmöls. Auch der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen durch ILUC werden nicht berechnet. Das heißt, wenn die Bevölkerung neues Land urbar machen muss, weil auf ihrem Land statt Nahrungsmittel jetzt Pflanzen für den Agrosprit wachsen sollen. Studien, die das belegen, hat die EU selbst in Auftrag gegebenen – und lange unter Verschluss gehalten.

Unsere Partner Nordin von Save our Borneo und Feri Irawan auf Sumatra haben dazu beigetragen, dass der sogenannte ILUC-Faktor in der EU endlich diskutiert wird.

Mit ihrer politischen Arbeit tragen sie in ihrem Land Indonesien dazu bei, dass illegale Abholzungen für Palmöl, für die Holz- und Papier-Industrie angezeigt und öffentlich gemacht werden. Und dass Regenwaldgebiete bewahrt und unter Schutz gestellt werden können.

Rettet den Regenwald unterstützt ihre Arbeit seit vielen Jahren. Bitte tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass die Regenwaldkämpfer weiterhin erfolgreich sind:
Spende für den Regenwaldschutz auf Borneo
Spende für den Elefanten-Schutzwald auf Sumatra

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