Palmöl-Lobby umwirbt Abgeordnete

2 Fotos. Links: Palmölplantage und ein Stück Regenwald. Rechts: Ein Mann schaut auf sein verwüstetes Land Ölpalmplantagen vernichten Regenwälder und die Lebensgrundlage der Menschen

13.06.2013

Anfang Mai hat der Palmölkonzern Neste Oil fünf EU-Parlamentariern zu einem Luxus-Aufenthalt in Malaysia und Singapur verholfen. Eine brisante Einladung: Zurzeit berät die EU über ihre Agrosprit-Politik.

In diesen Wochen verhandeln verschiedene Ausschüsse des Europäischen Parlaments über die zukünftige Agrosprit-Politik der EU. Es steht viel auf dem Spiel: die Regenwaldzerstörung für Palmöl-Plantagen auf der einen Seite – Palmöl verbrennt massenhaft in europäischen Dieseltanks. Andererseits geht es um die milliardenschweren Geschäfte der Agrarsprit-Industrie. Letztere wollte offenbar rechtzeitig Nägel mit Köpfen machen: Der Palmölkonzern Neste Oil und das European Energy Forum haben Anfang Mai fünf Europaabgeordnete für vier Tage nach Malaysia und Singapur eingeladen, darunter auch den für Biosprit zuständigen Berichterstatter im Industrieausschuss. Auf dem Programm standen die Besichtigung von Ölpalmplantagen in Malaysia sowie der weltgrößten Biodiesel-Raffinierie in Singapur.

Die Abgeordneten mussten nur für Hin- und Rückflug bezahlen, die Unterkunft in Luxushotels, der Transport vor Ort und der Flug von Singapur nach Malaysia waren für sie gratis. Das berichtet die Wochenzeitung „der Freitag“ in ihrer jüngsten Ausgabe. Die Öffentlichkeit wurde über diesen dreisten Fall von – legalem – Lobbyismus bis zu diesem Tag nicht informiert.

Hier können Sie die Petition von Rettet den Regenwald gegen "Biosprit" unteschreiben.