Wietze & Berlin: Zeichen setzen gegen die Agrarlobby

Regenwaldaktivisten halten bei der Schlachthofumzingelung in Wietze Plakate hoch. Schlachthofumzingelung in Wietze

03.09.2013

Vergangenes Wochenende haben wir uns gleich doppelt gegen die Agrarlobby eingesetzt. Neben einer Schlachthofumzingelung im Niedersächsischen Wietze informierten wir auf dem Vegan-Vegetarischen Sommerfest in Berlin über Regenwaldzerstörung durch Futtermittelanbau.

Menschenkette gegen Hühnermast in Wietze

Am Samstag, den 31. August haben wir im niedersächsischen Wietze ein starkes Zeichen gegen die Massentierhaltung gesetzt. Gemeinsam mit 7.000 Aktivisten demonstrierten wir unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ gegen die umwelt-, tier- und menschenverachtenden Praktiken der Agrarindustrie. Höhepunkt war eine Umzingelung der Massentötungsfabrik der Celler Land Frischgeflügel GmbH. Seit 2011 in Betrieb, sollen in diesem europaweit größten Schlachthof - bei Vollauslastung - täglich 430.000 Hühner geschlachtet werden. Somit würden in Wietze mehr als 135 Millionen Tiere pro Jahr sterben.

Um diese unglaubliche Anzahl von Hühnern mästen zu können, werden in Südamerika für den Anbau von Soja die Regenwälder abgeholzt; Menschen und Tiere verlieren dort ihren Lebensraum. Denn in jedem Kilo Hühnerfleisch stecken knapp 500 Gramm Sojaschrot. Für die Schlachthühner von Wietze wären das 756.000 Tonnen Soja. Das entspricht einer Anbaufläche von knapp 330.000 Hektar.

Auf Druck der knapp 30 anwesenden Umwelt- und Tierschutzverbände, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen, versprachen die anwesenden Politiker der Grünen, eine Novellierung der Agrarpolitik voranzutreiben. Nun gilt es, den Druck auf die Abgeordneten aufrecht zu erhalten, damit es nicht bei einem bloßen Lippenbekenntnis bleibt.

Info-Stand gegen Tiermast in Berlin

Auch in Berlin wurde am letzten August-Wochenende gegen die Agrarindustrie demonstriert und über Massentierhaltung informiert. Unsere Berliner Regionalgruppe klärte auf dem Vegan-Vegetarischen Sommerfest über den Regenwald und über den Futtermittelanbau auf. Gegen die Importe von genmanipulierten Futtermitteln konnten insgesamt 260 Unterschriften gesammelt werden.
Einen weiterer Schwerpunkt der sonnabendlichen Informations- und Kampagnenarbeit bildete die Aufklärung der Standbesucher über Palmöl. Knapp 300 Besucher brachten mit einer Unterschrift ihre Ablehnung gegenüber dem sogenannten Biosprit zum Ausdruck.