Berlin: Proteste gegen die „grünen Lügen“ der Palmöl-Lobby

Aktivisten demonstrieren vor dem Gebäude der GIZ in Berlin. Auf einen Baustumpf hat ein Demonstrant im Affenkostüm seinen Kopf gelegt. Dahinter steht ein Mann mit einer Kettensäge. Plakate gegen Palmöl werden hochgehalten. Aktivisten vor dem Gebäude der GIZ in Berlin (Foto: Christine Denck)

04.09.2013

Am 02. und 03. September protestierten wir in Berlin vor den Tagungsorten der Lobbyisten mit einer kreativen Aktion gegen Palmöl und gegen die Nachhaltigkeits-Lügen von Politik und Wirtschaft.

Regenwaldabholzung, klimaschädliche Emissionen, Vertreibungen und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen – all das sind Folgen des großflächigen Palmölanbaus für Kosmetikartikel, Biosprit, Wasch- und Nahrungsmittel. Doch statt politisch auf eine Begrenzung des Einsatzes von Palmöl hinzuarbeiten, sind Politik und Wirtschaft bemüht, das klimaschädliche Öl „grün zu waschen“.

Am 02. September 2013 gründete sich in Berlin die neue Greenwash-Initiative „Forum nachhaltiges Palmöl“ (FONAP). Initiatoren sind die großen Konsumgüterkonzerne Henkel, REWE Group und Unilever sowie der WWF. Die deutsche Politik ist durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und durch eine finanzielle Förderung seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BMELV) vertreten.
Am Folgetag der FONAP-Gründung trafen sich die Palmöl-Lobbyisten abermals in Berlin; zu dem Europagipfel des sogenannten „Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO).


Gemeinsam mit Aktivisten von Robin Wood, Watch Indonesia! und weiteren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen protestierten wir vor den Tagungsorten der Lobbyisten. Bewaffnet mit Putzutensilien und grüner Seife bemühten wir uns, die „grünen Lügen“ über nachhaltiges Palmöl wegzuschrubben. Entgegen der Behauptungen von Politik und Wirtschaft führt auch der zertifizierte Ölpalmenanbau zu starken Klima- und Umweltzerstörungen sowie zu schweren Menschenrechtsverletzungen.