Indischer Kohlekonzern täuscht Investoren

23.09.2013

Coal India Ltd., der weltweit größte Kohlekonzern aus Indien, hat seinen Börsenwert mit manipulierten Zahlen künstlich aufgebläht. Zu diesem Ergebnis kommt Greenpeace in einer Studie. Die Käufer der Aktien des Konzerns haben dadurch mehr bezahlt, als es dem Marktwert entsprach

Nach der heute veröffentlichte Greenpeace Studie "Coal India - running on empty" sind die Kohlevorkommen des Konzerns um fast 20 Prozent kleiner als von Coal India ursprünglich angegeben. Schon in 17 Jahren könnte dem Unternehmen buchstäblich die Kohle ausgehen.

Greenpeace verweist dabei auf Angaben des unternehmenseigenen Central Mine Planning and Design Institute Limited (CMPDIL). Nach den Berechnungen des Institutes lagen beim Börsengang 2010 die Kohlereserven um 3,5 Milliarden metrische Tonnen niedriger als seiner Zeit von Coal India angegeben. Hätte der Konzern die Zahlen seiner Zeit korrekt veröffentlicht - wozu er nach indischen Recht verpflichtet ist, wäre der damalige Marktwert um umgerechnet etwa 3,1 Milliarden Euro niedriger ausgefallen.

Coal India hat damit die Investoren getäuscht, weshalb Greenpeace bei den zuständigen Aufsichtsbehörden nun Anzeige gegen den Konzern erstattet hat. Die offensichtliche Manipulation des Börsenwertes ist nicht nur für die jetzigen Aktieninhaber des Kohlekonzerns von Interesse, sie ist auch eine deutliche Warnung für zukünftige Anteilseigner. 

Mitte Oktober plant Coal India Tochterfirmen an die Börse zu bringen und will damit etwa eine Milliarde Euro in die Kasse spülen. Der Kohlekonzern hat dafür vier internationale Großbanken engagiert: Goldman Sachs und Bank of America aus den USA, die Schweizer Credits Suisse und die Deutsche Bank.

Doch nicht nur in finanzieller Hinsicht sind Coal India und dessen Tochterunternehmen gefährlich, auch für die Natur und die dort lebenden Menschen und Tiere wie den Bengaltiger ist der Konzern eine furchtbare Bedrohung. Für neue riesige Kohleminen will Coal India über eine Million Hektar Tropenwald fällen, direkt angrenzend an die Tigerschutzgebiete.

Die Deutsche Bank hilft dem Kohlekonzern, das nötige Geld für die geplanten Minen zu beschaffen. Dagegen unterstützt Rettet den Regenwald die Umweltschützer und Menschen in Indien mit der Protestaktion Deutsche Bank gefährdet Tiger. Schon 56.000 Menschen haben unsere Petition an die Deutsche Bank unterzeichnet. Die Bank soll ihre eigenen Umwelt- und Sozialrichtlinien endlich Ernst nehmen und unverzüglich sämtliche Geschäftsbeziehungen mit Coal India abbrechen.

Bereits 2010 hat die Deutsche Bank den Börsengang von Coal India angeführt und hält soweit bekannt seitdem auch Anteile an dem Unternehmen.