„Grünes” Palmöl gibt es nicht

RSPO-Demo in Indonesien

15.11.2013

Umweltschützer und Menschenrechtler protestieren zu Tausenden gegen Naturzerstörung, Landraub, Kinder- und Sklavenarbeit bei Anbau und Handel mit zertifiziertem Palmöl. Anlass: Das 11. Jahrestreffen des Palmöl-Labels „Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl” (RSPO) auf Sumatra/Indonesien

Mehrere Tausend Menschen aus Indonesien, Gewerkschafter und auch Umwelt-und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt haben sich in dieser Woche in der Stadt Medan in der indonesischen Provinz Nordsumatra zu einer großen Protestdemo vereint. Auch unsere Partner von Save our Borneo, Perkumpulan Hijau und Walhi waren natürlich dabei.

„RSPO ist verantwortlich für die Arbeit der Armut” steht auf einem der Demo-Plakate; „RSPO hat versagt beim Schutz der Indigenen-Rechte” auf einem anderen.

Anlass dieser großen Demo ist die 11. Jahrestagung des Palmöl-Siegels „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl” (Roundtable on Sustainable Palm Oil - RSPO). In Medan haben sich die mittlerweile weltweit 1.338 RSPO-Mitglieder der 2004 in der Schweiz gegründeten Industrievereinigung zusammengefunden. Dieser gehören Palmölkonzerne, Händler, Banken, Investoren, Großverbraucher wie Chemie- und Nahrungsmittelkonzerne (z.B. Unilever, BASF, Nestlé, Henkel) – und als Feigenblatt ein paar Sozial- und Umweltorganisationen an.

Nordin und Feri von unseren
Partnerorganisationen auf der
Demo in Medan

„Bei den RSPO-Mitgliedern sind Landraub, Naturzerstörung und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen für Palmöl weiterhin an der Tagesordnung”, sagt Nordin von unserer Partnerorganisation Save our Borneo. „RSPO hat nichts verbessert”.

Nordin und seine Aktivisten kämpfen seit Jahren gegen die illegale Regenwaldrodung und kriminelles, äußerst brutales Vorgehen der Palmölkonzerne gegen die Menschen, die sich gegen Landraub und die Vernichtung ihrer Lebensgrundlage wehren. Allen voran Wilmar International, weltgrößter Palmölkonzern mit Sitz in Singapur – und Hauptlieferant von Unilever.

Auch der indonesische Gewerkschaftsbund Serbundo übt scharfe Kritik am RSPO: „Als Zertifizierungs-Instrument von Palmölkonzernen ist RSPO gescheitert – er hat kein einziges Gewaltverbrechen durch zertifizierte Firmen verhindert. Und niemals wurde ein RSPO-Mitglied für seine Menschenrechtsverstöße bei Plantagenarbeitern belangt. Deshalb wurde das RSPO-Nachhaltigkeitssiegel zum Werkzeug, um Verletzungen der Menschenrechte und Naturzerstörung auf Ölpalmplantagen zu legitimieren."

„Auf dem Papier soll zertifiziertes Palmöl nicht mit Landraub, Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbunden bleiben, die Praxis sieht aber ganz anders aus”, so Klaus Schenck, Wald- und Energieexperte von Rettet den Regenwald e.V. „Das Palmöl-Label RSPO wurde gegründet, um das schmutzige Geschäft mit Palmöl grünzuwaschen und der Palmölindustrie weiteres Wachstum zu ermöglichen – auf Kosten von Mensch und Natur.”