Berlin: Protestschreiben gegen Murum-Staudamm im Regenwald von Borneo übergeben

Malaysischer Botschafter mit zwei Mitgliedern der Regionalgruppe Übergabe des Protestschreibens an den malaysischen Botschafter Foto: Christine Denck

25.11.2013

Rund um den Globus – darunter in Berlin, London, Tokio und Melbourne – haben heute Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppen ein von über 30 Organisationen unterzeichnetes internationales Protestschreiben in den Botschaften und Konsulaten Malaysias übergeben. Grund ist die Vertreibung der indigenen Penan in Sarawak auf Borneo für den Megastaudamm Murum im Regenwald

Delegierte der Berliner Regionalgruppe von Rettet den Regenwald trafen dazu den  Botschafter von Malaysia in Berlin. Botschafter Dato Salman Ahmad empfing die Regenwaldaktivisten zu einem halbstündigen Gespräch, nahm das internationale Protestschreiben (auf Englisch) entgegen und will es nach Malaysia weiterleiten.

„Die Penan-Familien verlieren durch den Bau des Murum-Staudamms ihre Lebensgrundlage und Kultur", erklärt Rettet den Regenwald-Aktivistin Angelica Schmidt. „Die Ureinwohner wurden nicht vorher informiert und konsultiert, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. Das verstößt gegen die Menschenrechte und gegen die internationale ILO-Konvention 169."

Auch für die Natur und die enorme Biodiversität ist das Wasserkraftwerk schlecht. Wird der Regenwald geflutet, werden wir alle diese große natürliche Vielfalt für immer verlieren. 

Vor der malaysischen Botschaft

Der malaysische Botschafter erklärte, er selbst kenne die Thematik „Staudamm" nicht genau. Sein Land habe aber ein Recht auf Entwicklung, es seien noch 50 Prozent Regenwald vorhanden. Er selbst sei ein Befürworter von Umsiedlungsprogrammen. Sarawaks Indigene suchten sich selbst aus, wohin sie gehen wollen. Sie könnten in die Städte auswandern, wo sie sich entwickeln könnten, sie wären auch im Parlament vertreten. Die Korruptionsvorwürfe in Sarawak seien bekannt. Er selbst aber stehe für ein sauberes, korruptionsfreies Malaysia.

Bericht zu weiteren Übergaben des Schreibens in malaysischen Botschaften weltweit auf Sarawak Report und The Borneo Project (auf Englisch).