Aktion in Berlin: 256.000 gegen die EU-Agrospritpolitik

Demonstranten befüllen ein Auto mit Essen Foto: Christine Denck

10.12.2013

Am Tag der Menschenrechte zogen Rettet den Regenwald e.V., Campact, FIAN, OXFAM und BUND vor das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin, um rund 140.000 Unterschriften von Regenwaldfreunden und weitere 114.000 von empörten Bürgern zu übergeben, die fordern: Stoppen Sie den Agrosprit jetzt endgültig/ Essen statt E10!

Hintergrund war die bevorstehende Abstimmung der EU-Energieminister (bzw. anderer von den Mitgliedstaaten entsandten Minister) über die Beimischungspflicht von Agrosprit zu Kraftstoffen am 12.12.2013.

„Der Herr Minister Altmaier hatte sich bei so viel Gegenwehr zum geplanten EU-Beschuss wohl im Büro versteckt, nur seinen Pressesprecher Herrn Geißler hatte er zum angefragten Termin verspätet vorgeschickt – allerdings glaube ich, dass die Worte der einzelnen Organisationen sehr wohl an seine Ohren gekommen sind: direkte und indirekte Regenwaldzerstörung (durch Verdrängung der Landwirtschaft auf andere Flächen) beim Anbau von Palmöl für Kraftstoff, Verschärfung von Nahrungsmittelknappheit in bestimmten Teilen der Erde, höherer CO2-Ausstoß (unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren) durch den sogenanten 'Biosprit'.

Gut verbildlicht wurden die Statements und Forderungen von einem Protestierenden mit übergroßer Altmaier-Maske, der von Pfeifkonzert begleitet breit grinsend Maiskolben, Zucker, Brot und Pflanzenöl über einen präperierten Trichter in seinen BMW tankte.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Gedankenaustauch der Protestierenden untereinander über die (Nicht-)Notwendigkeit ein eigenes Auto zu fahren und mögliche verschärfte Klimabedingungen in absehbarer Zukunft”, schreibt eine der Delegierten der Berliner Regionalgruppe von Rettet den Regenwald e.V.