UN kreiert neuen Welttag für den Artenschutz

Mimikry-Oktopus Ein Mimikry-Oktopus, fotografiert von Steve Childs (© wikimedia/Steve Childs (CC BY 2.0))

03.03.2014

Die UN hat einen weiteren Tag initiiert, der im Zeichen der Artenvielfalt und des Naturschutzes steht. Zum 41. Geburtstag des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) soll der „World Wildlife Day“ am 3. März auf das Artenstreben durch Wilderei, Rodungen und illegalen Handel aufmerksam machen. Noch immer werden jedes Jahr tausende Arten ausgerottet.

Laut einer UNEP Studie, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, sind global ein Viertel aller Säugetiere und jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht.
CITES wird als wirkungsvoller Mechanismus gesehen, um Wilderei und Handel gefährdeter Arten einzudämmen. Dennoch bedeutet eine Regulierung nicht zwangsläufig auch ein Verbot des Handels. Außerdem wird nur der internationale Handel, nicht aber der nationale Handel durch das Abkommen überwacht.

Zeitgleich mit dem Tag der Artenvielfalt trat die EU-Kommission zusammen und beriet unter anderem über Europas Vorgehen im Kampf gegen illegalen Handel. Die Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström sagte: "Der illegale Handel mit Tier und Pflanzenarten bringt international organisierten, kriminellen Gruppen große Profite. Die Diskussion, die wir heute beginnen, zeichnet einen Weg, wie alle Akteure im Kampf gegen diese Kriminalität zusammen arbeiten können."
Bleibt zu hoffen, dass diesen Worten auch Taten folgen. Nicht nur in der EU, sondern weltweit.

Wir stellen anlässlich des neuen Welttages für den Artenschutz, drei faszinierende Tiere vor: Den Stromschnellenfrosch, den Atlasfalter und den Mimikry-Kraken. Sie sind, anders als die großen Säugetiere Nashorn, Elefant, Tiger, Orang-Utan, nicht direkt vom Aussterben bedroht. Noch nicht. Durch beherztes und konsequentes Handel wird es vielleicht nie notwendig, diese Tiere auf die Rote Liste der bedrohten Arten zu setzten.                                                                                      

http://wildlifeday.org/content/events

Neue Froschfamilie in West Afrika

100 bis 200 neue Froscharten werden jährlich entdeckt. Eine ganze Familie wurden nun im West Afrikanischen Upper Guinean Rainforest gefunden. Das stark gefährdete Ökosystem gilt als Hotspot der Artenvielfalt. Nach genetischen Untersuchungen der dort lebenden Stromschnellenfrösche entdeckte man, dass die Tiere einer eigenständigen Familie, den Zahnfröschen, angehören. Diese in mehreren Staaten Westafrikas vorkommenden Tiere zeichnen sich durch ihre für Frösche untypischen langen und spitzen Zähne aus und leben an Wasserfällen und schnell fließenden Flüssen. Daher wurde erst eine Verwandtschaft zu ihren Namensvettern vermutet. Die Entdeckung unterstreicht erneut den Artenreichtum der west-afrikanischen Tropen.

http://www.naturkundemuseum-berlin.de/presse/pressemitteilungen-2014/2014/neue-froschfamilie/

Atlasfalter oder Atlasspinner

Der nachtaktive Schmetterling gehört zu den Größten der Welt. Mit bis zu 30 Zentimetern Flügelspannweite hält er damit den Rekord unter den Insekten. Seine Fresswerkzeuge sind verkümmert, sodass er nicht fähig ist Nahrung zu sich zu nehmen und hat daher eine Lebensspanne von nur gut einer Wochen. Die bis zu 11 Zentimeter langen Raupen ernähren sich von Nektar und Blättern. 1758 wurde der Falter erstmals beschrieben, dessen Flügelfärbung an den oberen Spitzen dem Kopf einer gelblichen Schlange ähnelt und der Abschreckung von Fressfeinden dient.
Aus dem Material des Kokons dieser Spinner-Art wird die so genannte Fagaraseide hergestellt, eine robuste, grobe Seidenart. Das Verfahren ist allerdings sehr aufwendig und hat daher keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. Der bunte Falter lebt in den tropischen und subtropischen Wäldern sowie Graslandschaften in Malaysia, China, Indonesien und Indien. Sein Lebensraum schwindet auf Grund von Palmöl-Plantagen und Rodung.         

http://seidenwelt.net/lexikon/fagaraseide


Der Mimikry-Oktopus (zu sehen auf dem Bild)

Dieser Kraken ist die erste bekannte Art, die ihre Form je nach Situation verändern kann. Der Oktopus wurde dabei beobachtet, wie er auf dem Weg zu seiner Höhle den Feind der Art nachahmte, die ihn attackierte um diese abzuschrecken.
Der Mimikry-Oktopus (Thaumoctopus mimicus), welcher 1998 an der Küste von Nord-Sulawesi in Indonesien entdeckt wurde, lebt in trüben Flussmündungen und Meeresarmen. Auch in Malaysia und den Philippinen ist er zu finden. Anders als die bekannten Oktopus-Arten, die ihre Farbe ändern um sich zu tarnen, kann er verschieden Meerestiere in Verhalten und Aussehen imitieren. Neben verschiedene Fischen ahmt er auch Seeschlangen, eines der giftigsten Tiere, sowie Anemonen, Stachelrochen, Fangschreckenkrebse, Flundern und Quallen nach. Um sich zu schützen, nimmt er das Aussehen seiner Feinden an, damit diese ihn nicht attackieren, oder aber die Form des Fressfeindes von Arten, die ihn angreifen. Diese Verwandlungsvielfalt wurde vorher noch nie bei einer anderen Spezies beobachtet.


http://marinebio.org/species.asp?id=260
Wissenschaftlicher Artikel: http://marinebio.org/upload/files/mimic.pdf
Video: http://www.youtube.com/watch?v=os6HD-sCRn8